München - Wir alle gehen täglich eine Unmenge von Risiken ein, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken. Angst hilft uns im Vorfeld dabei, Risiken zu minimieren. Doch wenn gehandelt werden muss, ist sie hinderlich.

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Skirennfahrer Stephan Keppler hat vor der Abfahrt keine Angst.
Im tz-Interview vor dem Rennen in Kitzbühel am vergangenen Wochenende sagte Stephan Keppler, dass er vor der Streif Respekt, aber keine Angst hätte. Angst, so der Abfahrtspezialist, Angst würde einen Menschen nur lähmen. Tatsächlich ist Angst ein schlechter Ratgeber, vor allem in Situationen, in denen gehandelt werden muss. Genauer: Wenn Sie bereits auf der Abfahrt sind. Hier ist Angst ein nahezu sicherer Hinweis für eine große Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns, sprich einen Sturz.
Das liegt daran, dass Angst unseren Fokus einengt. Statt alle verfügbaren Informationen über die Umwelt, unsere Position darin und folglich alle Handlungsmöglichkeiten in dieser wahrzunehmen, schränken wir uns auf das Erkennen von Bedrohungen ein. Beispielsweise: „Oh, da vorne kommt eine Kurve, die ist viel zu eng. Was mach ich bloß...?“ Wir starren auf die Kurve wie das Kaninchen auf die Schlange und übersehen dabei die Bodenwelle direkt vor uns, die uns aus dem Gleichgewicht bringt und uns schließlich in der Kurve stürzen lässt.
Allgemein bedeutet dieses Beispiel: Je besser wir uns auf ein Unternehmen vorbereiten, umso kleiner wird die Angst und umso geringer das Risiko. Das passt zu Stephan Keppler: Er fährt seit seiner Kindheit Skirennen, ist deshalb gut vorbereitet, weiß was er kann, hat keine Angst und geht vergleichsweise wenig Risiko bei einem Rennen ein. Deshalb wurde er in Kitzbühel auch Achter! Die beste Platzierung eines Deutschen bei diesem Abfahrtsklassiker seit Jahren.
Stefan Alsbach



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