311.07.10|Griechenland|
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Die Politik hat Griechenland in die Krise gestürzt: Arbeitslosigkeit, leere Staatskassen und nun bleiben die Urlauber fern. Reiseredakteur Volker Pfau sah sich vor Ort auf Kreta um.

Stille am Meer: Vor allem an der Südküste – wie hier in Agia Galini – finden Besucher nach wie vor das ursprüngliche Kreta fernab vom Massentourismus.
Die Wahl fiel auf Kreta, weil es Griechenlands größte Insel ist und weil sie für das hellenische Lebensgefühl steht wie keine andere.
Es ist ruhig auf Kreta in diesen Tagen, obwohl doch eigentlich die Hochsaison jetzt beginnt. Ausflugsboote ohne Passagiere, freie Plätze im Restaurant, leere Liegen am Strand, ausreichend Parkplätze vor den Touristenattraktionen – sind denn überhaupt Urlauber da?
„Wir liegen bei Griechenland gerade Mal ein Prozent unter Vorjahresniveau“, sagt TUI-Pressesprecherin Romana Voet, die Buchungszahlen für Kreta wären sogar mindestens so gut wie 2009. Nach einem guten Start in die Saison folgte nach den blutigen Demonstrationen in Athen Anfang Mai ein Einschnitt – jetzt wird anscheinend wieder verstärkt gebucht, nicht zuletzt dank massiver Preissenkungen. „Der Sommer ist noch nicht abgehakt“, sagt Romana Voet.
Nein, das Urlaubsleben auf Kreta ist nicht mehr so, wie es einmal war, aber das ist nicht unbedingt negativ. Erfahrene Besucher registrieren Veränderungen. „Es wird viel weniger gebaut in diesem Jahr“, sagt das Ehepaar Casanova. Die beiden kommen seit über zehn regelmäßig auf die Insel, „so schön ausschlafen wie dieses Mal konnten wir schon lange nicht mehr“. Und es stehen viele Häuser und Wohnungen zum Verkauf. „Vor allem von Engländern“, sagen sie. Von Ressentiments gegenüber deutschsprachigen Touristen haben die beiden Schweizer nichts mitbekommen, „die Griechen beklagen sich aber über die schlechte Publicity in den Medien“.
Inzwischen neigt sich am Hafen von Plaka die Sonne gen Horizont, die Schatten werden länger, der Schaum auf dem Frappé ist zusammengefallen. Heute will keiner mehr nach Spinalonga, die Schiffsleute machen Feierabend. Morgen ist wieder ein neuer Tag, morgen kommen sicher wieder mehr Touristen, die Boot fahren wollen. Oder übermorgen.
ANREISE Während der Sommersaison fliegen mehrere Gesellschaften an unterschiedlichen Wochentagen von München nach Heraklion. Preisbeispiel: TUIfly ab 79 Euro (einfache Strecke). www.tuifly.com
WOHNEN Eine Woche im Fun Club Mikri Poli (viereinhalb Sterne) in Makrigialos kostet bei 1-2-Fly mit Flug ab/bis München und All-inclusive-Verpflegung ab 622 Euro pro Person im Familienzimmer; Kinderfestpreis (bis 14 Jahre) ab 299 Euro. Eine Woche im Grecotel Amirandes (fünfeinhalb Sterne) in Gouves kostet bei TUI mit Flug und Halbpension ab 849 Euro pro Person (im DZ). Info und Buchung im Reisebüro.
MIETWAGEN Ein Auto der Kategorie A (z.B. Chevrolet Matiz) kostet bei TUI Cars pro Tag ab 28 Euro, pro Woche ab 196 Euro (inkl. Steuern, Vollkasko, unbegrenzte Kilometer).
SEHENSWERT
KNOSSOS Das Dorf fünf Kilometer westlich von Heraklion war in minoischer Zeit die Hauptstadt. Heute können die bis zu 5000 Jahre alten Ruinen besichtigt werden. Eintritt: 6 Euro.
MATALA In den 60er Jahren wurde der kleine Ort an der Südküste zum Treffpunkt vor allem amerikanischer Hippies, die teilweise in den Felshöhlen am Strand lebten. Heute ist Matala ein fast normaler Touristenort.
SPINALONGA Von 1903 bis 1954 lebten auf der kleinen Felsinsel, auf der bis 1715 Venezianer eine Festung hielten, Leprakranke aus ganz Griechenland. Boote fahren von Elounda, Kalidon und Plaka.
AGIA GALINI Der beschauliche Fischerort an der Südküste hat sich trotz Tourismus seinen Charme bewahren können.
FESTOS Neben den Ausgrabungen von Knossos ist der minoische Palast auf der Messara-Ebene der bedeutendste archäologische Fundort der Insel. Hier wurde nur das Nötigste restauriert. Eintritt: 4 Euro.
REISETYP Ganz Griechenland auf einer Insel – Kreta bietet alles und ist ein Fall für echte Fans, die die perfekte Mischung aus Kultur und Strand suchen.
REISEZEIT Im Juli und August kann es deutlich über 30 Grad heiß werden. Im Frühsommer und Herbst sind die Temperaturen erträglicher, im Dezember und Januar gibt es die meisten Regentage. INFO Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Pacellistr. 5, 80333 München, Tel. 089/ 22 20 35, E-mail: info-muenchen@gzf-eot.de.
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