Die Nächte in St. Petersburg sind um Winter lang und eisig. Gegen die Kälte haben Einheimische ein spezielles Rezept: Ein Loch ins Eis hacken und in den Fluss springen.

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Die St. Nikolaus Kathedrale ist eine der wenigen Kirchen, die während der Sowjetzeit durchgängig geöffnet war. Ihre goldenen Dächer sind schon aus der Ferne zu sehen.
Fremdenführer Sergej Martschukov beginnt seine Tour aber erst einmal an der Peter-Paul-Festung, dem Geburtsort der Stadt. Lange Zeit war die Region wegen ihrer strategisch wichtigen Lage an der Ostseemündung heftig umkämpft und musste vor allem gegen die Schweden verteidigt werden. Doch dann trieb Zar Peter der Große sie endgültig aus dem Land. Um die Stelle zu sichern, ließ er ab 1703 die Peter-Paul-Festung errichten.
Auch wenn sich der Besucher manchmal wie in einem riesigen Freiluft-Museum fühlt, ist St. Petersburg eine sehr lebendige Stadt, auch im Winter. Besonders schnell schlägt das Herz sicher bei den Walrössern, jenen St. Petersburgern, die sich ein Loch in die zugefrorene Newa hacken und ins eiskalte Wasser springen. Sergej führt zu der bekanntesten Stelle, die etwas versteckt am Rand der Peter-Paul-Festung liegt.
Spannend sind auch einige der Kirchen, zum Beispiel die Kasaner Kathedrale. Zar Peter I. wollte, dass die Kirche dem Petersdom in Rom gleicht, und so wurden gewaltige Kolonnaden und eine enorme Kuppel gebaut. Im Inneren stehen die Gläubigen geduldig Schlange, um der wichtigsten Ikone der Kirche nahe zu kommen. Sind sie dann endlich an der Reihe, bekreuzigen sie sich, beten und küssen die Ikone.
Einige hundert Meter weiter, von der Isaakskathedrale, der größten der Stadt, haben wir von der Aussichtsplattform einen wunderschönen Blick über die verschneite Stadt. Und nach dem Aufstieg über mehr als 250 Treppenstufen ist uns auch wieder angenehm warm.
Aliki Nassoufis, dpa
ANREISE: Von Deutschland aus fliegen mehrere Fluggesellschaften direkt nach St. Petersburg. Mit einem Taxi kommt man in etwa 40 Minuten in die Innenstadt.
REISEZEIT: In St. Petersburg kann es von Ende Oktober bis Anfang März sehr kalt sein. Das Thermometer kann unter die Marke von minus 20 Grad sinken. Die Durchschnittstemperatur liegt bei etwa minus 8 Grad. Im Winter wird es erst gegen 10.00 Uhr hell und schon ab 16.00 Uhr dunkel. Das Neujahrsfest und das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest Anfang Januar sind die wichtigsten Feste im Winter.
WOHNEN: Die Kosten für Unterkünfte entsprechen denen westeuropäischer Metropolen wie London oder Paris. Im Winter gibt es jedoch häufig Sonderangebote. Ein Doppelzimmer in einem Hotel der Mittelklasse ist für etwa 100 Euro zu haben. Beim Essen variieren die Preise stark. In den russischen Schnellrestaurant-Ketten gibt es gutes Essen für zwei Personen schon für zehn Euro. Restaurants mit ausländischen Spezialitäten sind mindestens doppelt so teuer.



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