Angebote für alleinreisende Kinder mit Bahn und Flugzeug

Über den Wolken zu Papa

015.03.10|Flugreisen|
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So wächst heute manches Kind einer Patchworkfamilie auf: Mama wohnt in Hamburg, Papa in München – und nicht immer reichen Zeit und Geld, das Kind auf der Reise zu begleiten.

Lufthansa Kind

© Lufthansa

Florian allein im Flieger: Pro Jahr nimmt die Lufthansa rund 60 000 Kinder mit, die ohne Begleitung der Eltern unterwegs sind.

Regelmäßige Besuche sind trotzdem drin: Fluggesellschaften und die Deutsche Bahn bieten Betreuung für alleinreisende Kinder an.

Deutschlandweit leben knapp 1,3 Millionen Kinder unter 15 Jahren bei nur einem Elternteil, meist der Mutter. Manche haben Glück, und der Vater wohnt in der Nähe. Andere müssen quer durch die Republik reisen, um ihn zu sehen. Das Kind allein in den Flieger oder einen Zug zu setzen, ist problematisch. Denn Eltern haben eine Aufsichtspflicht. „Sie haften gegenüber dem Kind, wenn ihm etwas passiert“, erklärt Ingrid Groß, Fachanwältin für Familienrecht in Augsburg.

INFOS

Deutsche Bahn, Telefon: 018 05/99 66 33 (14 Cent pro Minute).

Air Berlin, Telefon: 018 05/73 78 00 (14 Cent pro Minute).

Germanwings, Telefon: 09 00/191 91 00 (99 Cent pro Minute).

TUIfly, Telefon: 018 05/75 75 10 (14 Cent pro Minute).

Condor, Telefon: 018 05/76 77 57 (14 Cent pro Minute).

Lufthansa, Telefon: 069/69 69 44 33.

Eine Lösung ist, die Kinder unter Aufsicht reisen zu lassen. Die Deutsche Bahn nennt ihr Angebot „Kids on Tour“: Kinder zwischen 6 und 15 Jahren können zum Aufpreis von 25 Euro pro Strecke freitags und sonntags auf ausgewählten Strecken in Begleitung von Mitarbeitern der Bahnhofsmission alleine reisen. Die Kinder werden am Service-Point entgegen genommen, sie werden unterwegs betreut und am Zielbahnhof dem anderen Elternteil übergeben. Wer das Kind abholt, muss vorher festgelegt werden. Obwohl das Angebot nur an bestimmten Tagen und auf ausgewählten Strecken gilt, reisen pro Jahr etwa 5000 Kinder damit.

Alleinreisende Kinder gibt es auch bei der Lufthansa – unter ihnen einige Vielflieger. „Wir haben zum Beispiel einen sechsjährigen Jungen, der alle vier Wochen zu seinem Vater fliegt“, sagt Jan Bärwalde von der Lufthansa in Frankfurt, insgesamt nimmt die deutsche Fluggesellschaft pro Jahr rund 60 000 alleinreisende Kinder mit. Der Ablauf ist bei allen Fluggesellschaften ähnlich: Die Eltern melden ein alleinreisendes Kind bei der Airline an. Spätestens beim Check-In am Reisetag muss ein Formular ausgefüllt werden, in dem Name und Alter des Kindes und die Kontaktdaten der Eltern oder anderer Begleitpersonen eingetragen werden. Rund 25 bis 30 Euro pro Strecke kostet der Betreuungsservice. Gut zu wissen ist für die Airlines, ob das Kind schon einmal geflogen ist und möglicherweise unter Flugangst leidet. „Dann können die Flugbegleiter darauf eingehen und dem Kind erklären, was gerade passiert“, sagt Angelika Schwaff von Germanwings in Köln. Bei Germanwings darf die Begleitperson mit dem Kind durch den Sicherheits- Check bis zum Abflugsteig gehen.

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Erst dort wird es von einem Servicemitarbeiter entgegengenommen und ins Flugzeuggebracht. Doch das ist die Ausnahme. In der Regel kommen die Kinder nach dem Einchecken in die Obhut der Betreuer.

Die begleiten sie durch den Sicherheits- Check zum Gate und übergeben sie dort an die Flugbegleiter. Für die Kinder sind bestimmte Sitzreihen reserviert, damit die Flugbegleiter ein Auge auf sie haben können. Spielsachen, Malzeug und Kinderfilme sollen Langeweile vertreiben. Muss das Kind umsteigen, wird es am Flughafen von einem Mitarbeiter in Empfang genommen und zum Abfluggate begleitet.

In Frankfurt hat die Lufthansa für Kinder eine Lounge eingerichtet – lange Wartezeiten können sie dort bei Tischfußball, Filmen und Computerspielen überbrücken. Am Zielflughafen wird das Kind zur Gepäckausgabe und dann zum Ausgang begleitet. Als alleinreisende Kinder angemeldet werden können in der Regel Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Lufthansa, Air Berlin und Condor nehmen auch ältere Kinder in ihre Obhut – wenn die Eltern das ausdrücklich wünschen. „Wir raten den Eltern aber, die Jugendlichen vorher zu fragen“, sagt Bärwalde.

Carina Frey

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