015.03.10|Flugreisen
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So wächst heute manches Kind einer Patchworkfamilie auf: Mama wohnt in Hamburg, Papa in München – und nicht immer reichen Zeit und Geld, das Kind auf der Reise zu begleiten.

© Lufthansa
Florian allein im Flieger: Pro Jahr nimmt die Lufthansa rund 60 000 Kinder mit, die ohne Begleitung der Eltern unterwegs sind.
Regelmäßige Besuche sind trotzdem drin: Fluggesellschaften und die Deutsche Bahn bieten Betreuung für alleinreisende Kinder an.
Deutschlandweit leben knapp 1,3 Millionen Kinder unter 15 Jahren bei nur einem Elternteil, meist der Mutter. Manche haben Glück, und der Vater wohnt in der Nähe. Andere müssen quer durch die Republik reisen, um ihn zu sehen. Das Kind allein in den Flieger oder einen Zug zu setzen, ist problematisch. Denn Eltern haben eine Aufsichtspflicht. „Sie haften gegenüber dem Kind, wenn ihm etwas passiert“, erklärt Ingrid Groß, Fachanwältin für Familienrecht in Augsburg.
Alleinreisende Kinder gibt es auch bei der Lufthansa – unter ihnen einige Vielflieger. „Wir haben zum Beispiel einen sechsjährigen Jungen, der alle vier Wochen zu seinem Vater fliegt“, sagt Jan Bärwalde von der Lufthansa in Frankfurt, insgesamt nimmt die deutsche Fluggesellschaft pro Jahr rund 60 000 alleinreisende Kinder mit. Der Ablauf ist bei allen Fluggesellschaften ähnlich: Die Eltern melden ein alleinreisendes Kind bei der Airline an. Spätestens beim Check-
Erst dort wird es von einem Servicemitarbeiter entgegengenommen und ins Flugzeuggebracht. Doch das ist die Ausnahme. In der Regel kommen die Kinder nach dem Einchecken in die Obhut der Betreuer.
Die begleiten sie durch den Sicherheits-
In Frankfurt hat die Lufthansa für Kinder eine Lounge eingerichtet – lange Wartezeiten können sie dort bei Tischfußball, Filmen und Computerspielen überbrücken. Am Zielflughafen wird das Kind zur Gepäckausgabe und dann zum Ausgang begleitet. Als alleinreisende Kinder angemeldet werden können in der Regel Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Lufthansa, Air Berlin und Condor nehmen auch ältere Kinder in ihre Obhut – wenn die Eltern das ausdrücklich wünschen. „Wir raten den Eltern aber, die Jugendlichen vorher zu fragen“, sagt Bärwalde.
Carina Frey

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