Dunkle Rastalocken, breite Bretter unter den Füßen, coole Skiklamotten – Florian Hellberg ist ein lässiger Typ, der seine Freiheit liebt und deshalb gerne und oft im unberührten Weiß unterwegs ist. Im Gegensatz zu vielen anderen aber, die es zum Freeriden hinaus abseits der Pisten zieht, weiß er ganz genau, was er tut oder dort besser nicht tun sollte. Der 31-Jährige Allgäuer ist ausgebildeter Bergführer und arbeitet in der Sicherheitsforschung des Deutschen Alpenvereins.
Der Deutsche Alpenverein tut viel dafür, die Variantenfahrer über die Risiken am Berg aufzuklären. „Am meisten müssen wir an der Risikokultur arbeiten und den Leuten bewusst machen, dass sie, sobald sie sich abseits gesicherter Pisten bewegen, eine Eigenverantwortung haben“, erklärt Florian.
10 Regeln zum Freeriden
- Lawinenlagebericht lesen: Informieren Sie sich über die aktuelle Gefahrenstufe, bevor Sie ins ungesicherte Gelände fahren. Achten Sie besonders auf die Angaben zu den Gefahrenstellen (WO ist es heute gefährlich?) und zu den Gefahrenquellen (WAS ist heute die Hauptgefahr?).
- Immer mit LVS-Notallausrüstung: Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS-Gerät), Sonde und Schaufel sollte jeder einzelne dabeihaben. Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Handy gehören darüber hinaus zum Standard. Ein Airbag-System erhöht deine Überlebenschancen.
- Regelmäßiges LVS-Training: Training kann Leben retten! Je öfter Sie mit Ihrem LVS-Gerät üben, umso schneller finden Sie im Notfall Verschüttete.
- Nie allein: Fahren Sie immer mindestens zu zweit. Schon kleine Missgeschicke und Unfälle können alleine schwerwiegende Konsequenzen haben.
- Übersicht verschaffen: Schauen Sie sich das Gelände oberhalb und unterhalb genau an, bevor sie losfahren. Seien Sie vorsichtig, wenn sich andere Freerider über oder unter Ihnen befinden!
- Nie alle auf einmal: Fahren Sie nacheinander in einen Hang. Die Abstände zwischen Ihnen sollten mindestens 50 Meter betragen. Das gilt auch für Querfahrten. Im Aufstieg mindestens zehn Meter Abstand halten!
- Steilhänge einzeln fahren: Passagen mit mehr als 35 Grad Neigung sollten Sie einzeln befahren. Beobachten Sie sich gegenseitig, um schnell reagieren zu können.
- Sichere Sammelpunkte: Teilen Sie Ihre Abfahrt in Etappen ein. Sammeln Sie sich an lawinensicheren Stellen. Besprechen Sie dort die nächste Etappe.
- Extreme Vorsicht bei schlechter Sicht: Bei schlechter Sicht kann die einfachste Abfahrt zum großen Problem werden, auch für Experten. Extreme Vorsicht ist dann geboten.
- Beachte Grenzen: Halten Sie sich an die lokalen Naturschutzregelungen. Respekt gegenüber der Natur gehört zum Freeriden.
Quelle: DAV- Sicherheitsforschung
MEHR ZUM THEMA: Viele weitere Sicherheitstipps und Infos über Material und Ausbildungskurse unter www.alpenverein.de/Bergsport/Sicherheit unter Schneesport und Lawinengefahr“, unter www.check-your-risk.de oder unter www.powderguide.com. Alle Lawinenwarndienste der Alpenregionen mit Abruftelefonnummern im Überblick unter www.alpenverein.de/DAV-Services/Lawinen-Lage/
Petra Rapp
Haben Sie Fragen und Anregungen zu unserer wöchentlichen Draußen-Seite? Unsere Autorin Petra Rapp ist für Sie unter folgender E-Mail-Adresse erreichbar: tzdraussen@googlemail.com


© Michael Neumann, Petra Rapp, MammutFlorian Hellberg (links) erklärt den Lawinenlagebericht.
© Michael Neumann, Petra Rapp, MammutSicheres Eintauchen im Tiefschnee macht mehr Spaß.
© Michael Neumann, Petra Rapp, MammutNiemals ohne! Ein Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS-Gerät) zum schnellen Orten von Verschütteten und zum Gefundenwerden, eine Sonde zum Sondieren des Lawinenkegels sowie eine Schaufel zum Ausgraben von Verschütteten gehören in jeden Freeriderucksack.










