Seit Wochen strahlt die Sonne überm Freistaat, der Sommer ist längst mehr als nur eine Ahnung – aber ein paar Bayern haben immer noch den Schnee im Herzen. Nämlich die Glücklichen, die mit Münchner Merkur und tz bei der Leserreise in Whistler dabei waren.

Whistler hoch acht: Im kanadischen Olympia-Skiort haben’s unsere Leser, im Foto Robert, richtig krachenlassen.
Dort füllten sie ihren ganz persönlichen Tiefschneespeicher randvoll auf, rauschten durch die verschneiten Wälder und wedelten mit Rosi Mittermaier undChristianNeureutherüber die Olympiapisten. tz-Redakteur Klaus Heydenreich war mit dabei – und genauso begeistert.
Ja, natürlich, ich geb’s zu: Einmal hab’ auch ich daheim angerufen. Zwischen Pulverschnee und Après Ski hab ich auf dem Marktplatz von Whistler das Telefon gezückt. Ist ja klar, dass die Lieben daheim wissen sollen, wie traumhaft die Skitage im Powder von Kanada sind. Und dass an meinen Haxen noch alles heil ist, auch wenn wir uns so oft wie möglich irgendwelche möglichst steilen Tiefschnee-Rinnen runterstürzen. Frau und Kinder waren einigermaßen beruhigt nach dem Telefonat. Wenn Andi Hasselbeck von Whistler aus bei seiner Mama anruft, dürfte sie weniger beruhigt sein: Es könnte gut sein, dass er dann gerade nicht beim Après Ski hockt, sondern gerade mit einem Affenzahn durch eine dieser besagten Rinnen rast.
Das ist natürlich für alle Beteiligten ein echter Knaller! Da gehen selbst die Jüngeren in der Gruppe hin, und stellen sich gemeinsam mit Gold-Rosi und ihrem Christian zum Erinnerungsfoto auf. Wobei: Die Erinnerungen gibt’s an Abenden mit Rosi und Christian natürlich gleich geschichtenweise und nicht nur auf Fotopapier: Wenn die beiden ins Erzählen kommen, dann hören alle, die drumrumsitzen (und das sind viele!) gebannt zu. Wie war das denn damals 1976? Und wie wurde nach den Siegen gefeiert? Sie wissen es noch immer – und wenn Rosi und Christian von ihren aktiven Zeiten erzählen, dann klingt’s, als sei es grad letzten Winter gewesen.
Und dazwischen, da fachsimpeln sie mit den Merkur-Lesern über den richtigen Schwung in Whistler, freuen sich gemeinsam auf die Tage beim Heli-Skiing und geben auch ein paar Geheimtipps zu den Pisten des riesigen Skigebiets. Damit die Leser auch mal im Legenden-Modus wedeln können.
Das Areal ist riesig, und es gibt überall was zu sehen: riesige Halfpipes – in die gerne auch mal der Redakteur als Versuchskaninchen geschickt wird –, Funparks, in die schon der Nachwuchs verrückte Doppelschrauben und Salti hineinzaubert. Und vor allem: die Olympiapisten. Wer das Glück hat, beispielsweise die Herrenabfahrt mit Petra Haltmayr unter die Ski zu nehmen, der wird TV-Übertragungen in Zukunft vielleicht aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen. Petra, ebenfalls als Guide dabei, ist Ex-Rennfahrerin und holte hier in Kanada 2000 und 2001 zwei Weltcupsiege.
Ein paar Minuten später steht er unten am Hang, schaut nach oben in die Sonne und schnauft: „Der Typ mit der blauen Mütze ist ein rotes Tuch für mich. Wo der uns immer hinschleift!“ Unter der blauen Mütze grinst der Andi – und gratuliert Franz. „Auch wenn’s noch ein bisserl unrund aussah – Respekt. Und wo schleif ma dich jetztad hin …?“
Er hat dann tatsächlich noch ein paar unverspurte Hänge für uns gefunden, aber auch die ganz normalen Pisten haben wir genossen. Die sind wir dann im Legenden- Modus à la Gold-Rosi herunter geschwebt – oder haben es wenigstens versucht. Denn in Sachen Eleganz haben uns Christian und Rosi natürlich doch noch etliches voraus. Und am „naked backflip“, dem nackerten Rückwärtssalto vom Andi, feilen wir auch noch ein bisserl. Sowas kann man ja am Baggersee am Sprungbrett ganz gut üben – und dann können wir auch im Sommer an den Pulverschnee von Whistler denken.



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