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Transalp: Ehemaliger Profi-Langläufer Schlickenrieder absolviert Alpenüberquerung - Tagebuch der Tour

Hannibal Schlickenrieder: Alpenüberquerung auf Ski

Einst kam Hannibal mit seinen Elefanten, später Heerscharen von Mountainbikern. Und jetzt wagt sich Peter Schlickenrieder an die Alpenüberquerung.

© www.peter-schlickenrieder.de

Über allen Gipfeln ist Ruh’ – hofft zumindest Peter Schlickenrieder. Er und sein Team wagen die Alpenüberquerung auf Ski. Gestartet in Italien wollen sie nach sieben Tagen in Oberstdorf im Allgäu ankommen.

Der ehemalige Profi-Langläufer – Silbermedaillen- Gewinner von 2002 – startet heute im italienischen Wintersportort Madonna di Campiglio eine siebentägige Skitransalp, die den 38-Jährigen und seine drei Begleiter bis nach Oberstdorf im Allgäu führen soll. Für die tz schreibt der Schlierseer ein Tourentagebuch, das Sie hier lesen können. Im Vorab-Interview erklärt Schlickenrieder sein großes Abenteuer in den schneebedeckten Alpen.

Herr Schlickenrieder, zunächst einmal für alle, die sich unter Skibergsteigen nichts vorstellen können: Wie funktioniert das?

Schlickenrieder: Wir montieren zum Aufstieg Felle unter die Ski und ziehen sie vor der Abfahrt wieder ab. So arbeiten wir uns von Gipfel zu Gipfel und von einem Tal ins nächste. Dabei absolvieren wir durchschnittlich fast 2500 Höhenmeter und fast 30 Streckenkilometer pro Tag. Zum Vergleich:Eindurchschnittlicher Bergsteiger macht bei einer Tagestour ungefähr 1000 Höhenmeter.

Tagebuch-Bilder: Peter Schlickenrieders Alpenüberquerung

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Warum machen Sie das, im Winter über die Alpen? Es ist kalt, anstrengend und gefährlich – was treibt Sie?

Schlickenrieder: Mich treibt ein bisschen die Abenteuerlust. Und es hat mir schon bei meinen Mountainbike- Transalps super gefallen, aus eigener Kraft über die Berge und in den Genuss der Abfahrt zu kommen. Im Winter ist das Ganze noch majestätischer, weil die Berglandschaft dann noch ursprünglicher und wilder ist: alle Wege verschneit, die meisten Hütten geschlossen…

Sie übernachten aber im Tal, oder?

Schlickenrieder: Ja. Das ermöglicht uns, das Gepäck gering zu halten. Unsere Rucksäcke wiegen nur etwa neun Kilo – anders wären so lange Etappen nicht möglich.

In den vergangenen beiden Wintern haben Sie bereits Skitransalps gemacht. Was ist diesmal anders?

Schlickenrieder: Diesmal gehen wir noch höher hinaus, bis auf 3769 Meter am Monte Cevedale. Und weil bei den ersten Transalps mein Bewusstsein für die Natur gewachsen ist, möchten wir mit unserer Tour auch auf ein Anliegen des Deutschen Alpenvereins aufmerksam machen: umweltfreundliches Skibergsteigen. Das bedeutet vor allem, möglichst keine Wildtiere zu stören.

Gemeinsam mit dem Alpenverein werden Sie sich in Ischgl gegen die Erschließung eines weiteren Bergs für das Skigebiet einsetzen.

Schlickenrieder: Prinzipiell habe ich nichts gegen Skigebiete. Auch Tourengeher haben dort mal das Skifahren gelernt. Aber es gibt wirklich genug Lifte und Abfahrten in den Alpen. Lieber sollte man die bestehenden Anlagen erneuern, als immer noch mehr Pistenkilometer zu erschließen.

Zurück ins freie Gelände: Welchen Gefahren sind Sie auf Ihrer Skitransalp ausgesetzt?

Schlickenrieder: Natürlich würden wir uns über sieben Tage Sonnenschein und Windstille sehr freuen. Aber dank GPS kann man sich auch bei schlechter Sicht recht gut orientieren. Viel gefährlicher als das Wetter sind die Lawinen. Wir haben bei der Planung zwar darauf geachtet, besonders riskante Lawinenhängezumeiden. Außerdem werden meine beiden Freunde und ich diesmal von einem professionellen Bergführer begleitet, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Aber ein Restrisiko bleibt immer.

INTERVIEW: INGO WILHELM

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