München - Von der Wiesn hört man in diesen Tagen viel Positives – und leider auch so manch Negatives.

© Westermann
Julia O. und ihr Bruder Korbinian wurden am Samstag aus der Bräurosl geworfen - offenbar, weil sie zu wenig konsumiert hatten.
Erst am Montag berichtete die tz von Ordnern, die Gäste gegen Bestechungsgeld ins überfüllte Zelt geschleust haben. Sie wurden entlassen. Jetzt erreichte uns eine E-Mail einer Münchner Studentin, Julia O. (23), deren Wiesn-Besuch am Samstagabend mit einem offenbar unbegründeten und obendrein unsanften Rauswurf endete. Warum? Die Gruppe aus sechs jungen Münchnern hatte nach Meinung von Bedienung und Ordnern wohl zu wenig konsumiert.
Samstag gegen 14 Uhr: Julia O., geborene Münchnerin und angehende Lehrerin, ihr Bruder Korbinian (20, Fachinformatiker) und vier Freunde ergattern einen der nicht reservierten Tische im Mittelschiff der Bräurosl. Sie essen und trinken, feiern friedlich.
„Gegen 18.30 Uhr haben auf einmal 15 Ordner die Gäste am Nebentisch eingekreist“, sagt Julia. „Sie haben die Leute in einem unmöglichen Ton aufgescheucht und aus dem Zelt befördert.“ Sofort hätten die Securitys den Tisch mit neuen Gästen besetzt. Gleichzeitig sei die Bedienung mit frischen Krügen aufgetaucht.
30 Minuten später das gleiche Spiel am nächsten Tisch. Auch dieser wurde sofort mit neuen Gästen besetzt. „Die Bedienung ist zu den Ordnern, hat sich mit Bussis bedankt.“ Seltsame Sitten. Viel Zeit zum Wundern bleibt Julia aber nicht.
Samt ihrer halb gefüllten Masskrüge stehen die jungen Leute plötzlich draußen. „Ich bin in meinem Leben noch nicht so widerlich behandelt worden. Wie Schlachtvieh.“
Julia wollte wieder ins Zelt, um sich beim Wirt zu beschweren. Aber der Ordner an der Tür hat sie nicht mehr gelassen. „Wenn mein Kollege dich rausgeworfen hat, wird es einen Grund geben …“ Der einzige Grund, der Julia einfällt: „Wir Mädels waren bei unserer zweiten Mass, die Männer bei der dritten. Das war der Bedienung in fünf Stunden offenbar zu wenig. Sie wollte mehr Umsatz.“
In ihrer E-Mail und beim Treffen mit den tz-Reportern hat Julia den Vorgang glaubwürdig beschrieben. Die Mail liegt auch der Festleitung und Bräurosl-Wirt Georg Heide vor. Er hat sich bereits schriftlich bei Julia entschuldigt. „Wir beschäftigen in diesem Jahr über 400 Mitarbeiter, davon ca. 220 im Service. So ein Verhalten dulden wir nicht und werden Konsequenzen ziehen“, so der Wirt. Auch die Festleitung bedauert, leitet den Fall ans für die Wiesn-Ordner zuständige KVR weiter.
Julias Fazit: „Dass man von Bedienungen regelrecht abgefüllt wird – und wenn nicht, muss man gehen – hat mit einem Volksfest nichts mehr zu tun!“
Quelle: tz



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.