320.09.08|Wiesn 2008|12 Kommentare
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Die schlechte Schankmoral auf dem Oktoberfest hat auch heuer der Verein gegen betrügerisches Einschenken kritisiert.

© dpa
90 Prozent Bier, zu 100 Prozent zu bezahlen. Ein Grund sich aufzuregen?
Die 1-Liter-Maß sei nach wie vor so selten wie ein Sechser im Lotto, bemängelte am Samstag zum Wiesn-Start Vereinspräsident Jan-Ulrich Bittlinger laut Mitteilung. “Maximal enthält ein Maßkrug auf der Wiesn 0,9 Liter Bier.“ Der Verein habe in diesem Jahr auf die mahnende Wirkung von Ministerpräsident Günther Becksteins (CSU) Worten gehofft. Doch auch dessen Hinweis, dass die Maß Bier auf Volksfesten oft schlecht eingeschenkt sei, habe nichts geändert. Beckstein hatte seine heftig kritisierte Aussage, man könne auch nach zwei Maß noch Autofahren, mit der schlechten Schankmoral und den damit geringeren Biermengen gerechtfertigt.
Der Verein hatte deshalb angekündigt, er wolle Beckstein nun als Ehrenmitglied gewinnen. Beckstein habe als erster bayerischer Ministerpräsident “mit unvergleichlichen Worten den Schankbetrug beim Namen genannt“. Mittlerweile spricht mancher bei einem schlecht eingeschenkten Krug schon von einer “Beckstein-Maß“.
Der Verein testete nach eigenen Angaben am Samstag nach dem Anstich 250 Maßkrüge in unterschiedlichen Zelten. Dabei habe es als Negativ-Rekord in einem Zelt sogar ein Dutzend Maßkrüge mit weniger als 0,8 Litern gegeben.
Die Wirte sprach der Verein allerdings fast von der Schuld frei. “Das sind Unternehmer, und die versuchen, ihren Gewinn zu 100 Prozent zu optimieren.“ Mitverantwortlich sei vielmehr die Stadt München, die den Wiesn-Wirten offiziell erlaube, die Gäste um 0,1 Liter oder 0,80 Cent zu betrügen. Bei einem Durchschnittspreis von 8 Euro und verkauften sechs Millionen Maß an 16 Oktoberfesttagen entstehe den Besuchern hochgerechnet ein Schaden von 4,8 Millionen Euro.
Quelle: DPA
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