Superbanner

Neue Welle von Strompreiserhöhungen rollt auf die Verbraucher zu

Strom wird wieder teurer

Düsseldorf - Millionen Verbraucher in Deutschland müssen ab dem 1. Januar mehr für Strom bezahlen. Als Grund für die Preiserhöhungen werden Fehler im Einkauf und Ökostrom angeführt.

© dpa

Zum 1. Januar 2010 planen viele Stromversorger eine Preiserhöhung.

Nach einer Marktübersicht des Verbraucherportals toptarif.de wollen zum Jahreswechsel bundesweit mindestens 46 Versorger ihre Preise um durchschnittlich 4,7 Prozent erhöhen. Verivox.de berichtet von Erhöhungen bei mindestens 40 Versorgern.

Dies bedeute für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden pro Jahr durchschnittlich eine Mehrbelastung von 43 Euro, berichteten die Experten.

Doch geht es auch anders: 19 regionale Versorger kündigten für den Jahreswechsel eine Preissenkung an. Neben vielen kleineren und mittleren Stadtwerken planen auch Großunternehmen wie Vattenfall, EnBW und EWE eine Erhöhung ihrer Stromtarife.

Deutschlands fünftgrößter Versorger EWE wird den Strompreis zum Jahreswechsel drastisch um 14 Prozent anheben. Vattenfall plant in Berlin und Hamburg eine Verteuerung der Stromtarife zwischen 4,4 und 8,9 Prozent. EnBW erhöht die Preise für seine Sondertarifkunden um 7,5 Prozent, wie die Unternehmen mitteilten.

Auch Anbieter von Ökostrom ziehen bei der Preiserhöhung mit. So erhöht Marktführer Lichtblick den Strompreis um gut 10 Prozent. Ein Unternehmenssprecher bestätigte der AP einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung “Die Welt“.

Preisschub durch Netzentgelte und Ökostrom

Als Hauptgründe für den neuen Preisschub nennen die Energieversorger den Anstieg der Netzentgelte und die deutlich höheren Kosten für die Einspeisung erneuerbarer Energien. “Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Aber er hat auch seinen Preis“, sagte EWE-Vertriebsleiter Christian Haferkamp.

Rund ein Drittel der jetzt angekündigten Verteuerung werde durch die Kostensteigerung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen verursacht. Doch sollen die Kunden teilweise auch für die verfehlte Einkaufspolitik der Stromversorger zur Kasse gebeten werden, die sich im vergangenen Jahr mit Strom eingedeckt hatten als dieser besonders teuer war. “In dem Strom, den EWE ab 2010 an Privathaushalte verkauft, stecken auch Stromteilmengen, die EWE zu hohen Handelspreisen im Jahr 2008 eingekauft hat“, räumte Haferkamp ein.

Inzwischen sind die Preise an der Leipziger Strombörse drastisch gefallen. Doch haben die deutschen Stromkunden davon bislang kaum profitiert.

Verbraucher kann durch Anbieterwechsel oft sparen

Dass es auch anders geht, zeigen nach einem Marktüberblick von toptarif.de 19 Regionalversorger, die ihre Strompreise im Januar senken. Am stärksten verbillige der im Großraum Nürnberg agierende Versorger N-Ergie den Strom. Hier würden die Haushalte um rund 7,2 Prozent entlastet.

Die beiden größten deutschen Stromversorger E.ON und RWE halten den Strompreis über den Jahreswechsel hinweg zumindest stabil. Beim RWE mit einer kleinen Ausnahme: Die Lechwerke in Augsburg schwimmen mit auf der Preiswelle. Bei Verbraucherschützern stieß die erneute Verteuerung der Stromtarife auf Proteste. Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher bezeichnet die Preiserhöhungen als “große Unverschämtheit“.

Zwar seien die Ausgaben für Erneuerbare Energien gestiegen, doch längst nicht in der Größenordnung wie es die Preiserhöhungen vorgaukelten. Außerdem sei nicht einzusehen, warum die Verbraucher für die Fehleinkäufe der Unternehmen geradestehen sollten. Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen empfahl den Stromkunden bei drohenden Preiserhöhungen, eine Anbieterwechsel zu prüfen.

“Wenn VW die Preise erhöht, interessiert mich der Grund auch nicht. Wenn es mir zu teuer wird, kauf ich einen Peugeot“, meinte der Experte. So könnten die Verbraucher Preissteigerungen leicht einen Riegel vorschieben.

Erich Reimann

zurück zur Übersicht: Wirtschaft

Kommentare

Wetter für München und Bayern

Meist geklickte Artikel

  • Letzte Woche
  • Monat
  • Kommentiert
  • Themen

Facebook-Börsenstart von Pannen begleitet

New York - Mit einer Pannenserie begann die Börsen-Karriere von Facebook. Am ersten Tag machte die Aktie 23 Cent Gewinn. Der erste Werbekunde springt schon ab.Mehr...

Aldi-Kundinnen heimlich von Mitarbeitern gefilmt

Hamburg - Mitarbeiter des Discounters Aldi Süd haben einem Medienbericht zufolge Kundinnen heimlich gefilmt und die Videos untereinander ausgetauscht.Mehr...

euro

Halb Deutschland hält Euro-Einführung für Fehler

Berlin - Fast jeder zweite Deutsche bedauert angesichts der Schuldenkrise in Europa einer Umfrage zufolge die Einführung des Euro.Mehr...

Mercedes-Benz Niederlassung München

Mercedes-Benz Niederlassung München

ANZEIGE - Informieren Sie sich über aktuelle Events, alle Händlerstandorte in München oder über die neuesten Auto-Modelle von Mercedes-Benz. Wir halten für Sie ständig Bildergalerien, Videos sowie interessante Infos und Servicethemen bereit.Mehr...

Aktuelle Fotostrecken

Tödlicher Unfall: Frau überquert Straße zwischen Lastwagen

weitere Fotostrecken:
Razzia Rocker Polizei

Der große Finanz-Rechner

"Die Rente ist sicher" - dieser Spruch hat schon lange seine Richtigkeit verloren. Bei finanziellen Angelegenheiten ist Eigeninitiative gefordert. Bei Versicherungen und Geldanlage gibt es jedoch erheblich Unterschiede. Mit unseren Finanzrechnern für Versicherung und Geldanlage erfahren Sie, wie und wo Sie Geld sparen können und trotzdem gut abgesichert sind.

Politik

Beckstein: Keine Versäumnisse der Behörden bei Neonazi-Mordserie

NSU-Morde: Beckstein macht Behörden keine Vorwürfe

Berlin - Bayerns früherer Innenminister Günther Beckstein (CSU) sieht nach wie vor keine Versäumnisse der bayerischen Behörden bei den Ermittlungen zur Neonazi-Mordserie mit zehn Todesopfern.Mehr...

Linke-Streit: Wagenknecht in Wartestellung

Linke-Streit: Wagenknecht in Wartestellung

Berlin - Hat Lafontaine den Weg an die Linken-Spitze für seine Lebensgefährtin frei gemacht? Sahra Wagenknecht könnte doch noch kandidieren. Der Machtkampf der Linken geht weiter.Mehr...

Job & Karriere

Bericht: Geringverdiener arbeiten oft 50 Wochenstunden und mehr

Geringverdiener schuften sich krank

Berlin - Viele Beschäftige mit Niedriglöhnen schuften extrem lange, um ihre Existenz zu sichern. Jeder vierte Geringverdiener mit Vollzeitjob arbeitet in der Regel wöchentlich 50 Stunden und mehr.Mehr...

Artikel lizenziert durch © tz-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.tz-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper