Wien - Der Streit rund um Natascha Kampusch kommt einfach nicht zum erliegen: Ihre Mutter Brigitta Sirny bekam eine Entschädigung wegen übler Nachrede zugesprochen.

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Die Mutter von Natascha Kampusch, Brigitta Sirny , musste sich, nach der Befreiung ihrer Tochter vielen Vorwürfen und Mutmaßungen stellen.
Wegen übler Nachrede zu Lasten von Kampusch-Mutter Brigitta Sirny muss der ehemalige Chef des österreichischen Verfassungsgerichtshofes, Ludwig Adamovich, 10 000 Euro Geldstrafe zahlen. Das Wiener Straflandesgericht verurteilte den Juristen am Donnerstagmorgen, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA.
Der 77-jährige Jurist hatte immer wieder angedeutet, dass es dem Entführungsopfer Natascha Kampusch bei ihrer Mutter nicht gut gegangen und sie möglicherweise freiwillig bei ihrem Entführer Wolfgang Priklopil geblieben sei. In einem Interview mit der “Kronen-Zeitung“ Anfang August hatte er unter anderem gesagt, dass es dem Mädchen möglicherweise in dem Verlies besser gegangen sei als zuvor. Der Anwalt des ehemals obersten Richters des Landes kündigte Berufung an.
Adamovich ist Vorsitzender einer nach Ermittlungspannen von der Regierung eingerichteten Kampusch-Kommission, die schwere Vorwürfe gegen die Behörden erhoben hat und von Vertuschung spricht. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall inzwischen neu aufgerollt, die Ermittlungen sollen Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein. Adamovich bekräftigte am Donnerstag vor Gericht erneut seine Aussagen.
Der Jurist kündigte nach der Verurteilung an, möglicherweise vom Vorsitz der Kampusch-Kommission zurücktreten zu wollen. Der damals 18-jährigen Kampusch gelang am 23. August 2006 die Flucht aus einem Kellerverlies in Strasshof, in dem sie Priklopil achteinhalb Jahre gefangen gehalten hatte. Noch am selben Tag nahm sich ihr Peiniger das Leben. Er hatte sie als Zehnjährige auf dem Weg zur Schule entführt.
dpa
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