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Whitney Houston gestorben: Popstar tot in Hotelzimmer in Beverly Hills gefunden

Whitney Houstons Tod überschattet Grammys

Los Angeles - Der überraschende Tod von Whitney Houston am Vorabend der Grammy-Verleihungen hat die Musikszene erschüttert. Houston wurde nach Polizeiangaben tot in einem Hotelzimmer in Beverly Hills aufgefunden.

© dpa

Der überraschende Tod von Whitney Houston am Vorabend der Grammy-Verleihungen hat die Musikszene erschüttert.

Sie wurde nur 48 Jahre alt. Hinweise auf ein Verbrechen gab es nicht. Auch die Todesursache war zunächst noch unbekannt, wie Houstons Sprecherin Kristen Foster sagte. Houstons Patentante Aretha Franklin war fassungslos. “Ich kann jetzt nicht darüber sprechen“, erklärte sie. “Es ist so bewegend und unglaublich. Ich konnte nicht glauben, was ich auf dem Fernsehschirm gelesen habe.“

Der Leichnam der verstorbenen Popsängerin ist aus dem Hotel, in dem sie tot aufgefunden worden war, in ein Leichenschauhaus gebracht worden. Danach werde eine Autopsie durchgeführt, erklärte ein Sprecher der Gerichtsmedizin von Los Angeles, Brian Elias. Ein Termin für die Obduktion der Leiche stehe noch nicht fest. Zuvor wolle man die Berichte der Ermittler abwarten, sagte Elias. Er wollte sich nicht dazu äußern, wie Houstons Leichnam aufgefunden wurde. Das Onlinemagazin TMZ.com meldete, Houston sei in der Badewanne aufgefunden worden. Möglicherweise sei sie ertrunken.

Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben um 15.43 Uhr einen Notruf aus dem Hotel. Sanitäter, die wegen einer Grammy-Party vor Ort waren, hätten vergeblich versucht, Houston wiederzubeleben. Um 15.55 Uhr sei die Sängerin für tot erklärt worden.

Der Tod des Superstars überschattet auch den Grammy-Abend am Sonntag. Bei einer Probe am Donnerstag habe Houston zerzaust gewirkt, stark geschwitzt und nach Alkohol und Zigaretten gerochen, sagte ein Teilnehmer.

Obwohl die vielen Probleme der Diva mit Dogen, Alkohol und einer skandalumwitterten Ehe mit Sänger Bobby Brown bekannt waren, kam für viele die Todesnachricht als Schock. Vor dem Hotel erinnerte die Szene an den Tod Michael Jacksons vor fast drei Jahren, nur ein paar Meilen entfernt in Los Angeles. Rosen wurden für die Diva mit der Gänsehautstimme abgelegt und überall war die Liebesbotschaft nach ihrem vielleicht größten Song zu hören: „Whitney, we will allways love you!“.

Das Leben der Soul-Diva

Bei niemandem passte wohl die Formulierung besser, dass ihr die Musik in die Wiege gelegt wurde, als sie am 9. August 1963 in Newark bei New York geboren wurde. Houstons Mutter sang im Hintergrundchor von Elvis Presley, ihre Cousinen Dionne und Dee Dee Warwick wurden Soul-Stars. Und ihre Patentante ist eine gewisse Aretha Franklin. Schon mit 14 hatte die kleine Whitney eine erste Plattenaufnahme und sang später mit ihrer Mutter in Nachtclubs. Und sie arbeitete auch als Fotomodel und schaffte es auf Titelseiten, als schwarze Models noch eine bestaunte Kuriosität waren.

Ihr Debütalbum, das schlicht ihren Namen trug, schlug schon ein wie eine Bombe. Gleich drei Songs wurden Nummer-Eins-Hits und auch die Platte selbst kletterte an die Spitze der Charts. Das zweite Album, mit dem ebenso einfachen Titel „Whitney“, enthielt Chartstürmer wie „I Wanna Dance With Somebody“ oder die Ballade „Where Do Broken Hearts Go“. Wem das nicht Gänsehaut genug war, bekam sie bei „One Moment in Time“, dem offiziellen Lied der Olympischen Spiele 1988.

In den neunziger Jahren war Houston auch als Schauspielerin erfolgreich. Unvergessen ist die zierliche Sängerin in den Armen von Kevin Costner in „The Bodyguard“. Mit dem Song „I Will Always Love You“, der sich in den USA 14 Wochen auf Platz Eins hielt, schenkte sie nicht nur einer ganzen Generation ihre romantische Hymne. Das Lied wurde auch zum Schrecken von Karaokeabenden, weil der Song eben nicht einfach zu singen ist. Da braucht man schon eine Ausnahmestimme. Eine Ausnahmestimme, mit der man sogar die US-Nationalhymne, wie 1991 beim Super Bowl, so singen kann, dass sie sofort danach zum ersten und einzigen Mal zum Charthit wird.

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Doch Whitney Houston hatte bald Probleme. Alkohol, Rauschgift - und Bobby Brown. 1992, auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes, heiratete sie den R&B-Sänger und beide haben ein Kind, die nun 18-jährige Bobbi Kristina. Doch die Ehe war nicht selten ein Skandal: Brown galt als schlechter Einfluss, nach 15 Jahren reichte die Sängerin die Scheidung ein. Doch die Drogen bereitete ihr weiter Probleme.

Dabei war ihr immer wieder ein Comeback gelungen. „My Love Is Your Love“ wurde 1998 ebenso zum Erfolg wie vier Jahre später „Just Whitney...“. Und mit „I Look to You“ gelang ihr im August 2009 sogar wieder ein Nummer-Eins-Album. Frisch und selbstbewusst lächelt sie vom Cover. Doch trotz des Erfolgs bekam sie ihr Leben nicht in den Griff. Im Mai ging sie erneut in eine Entzugsklinik. „Der größte Teufel für mich bin ich selbst“, hatte sie vor fast zehn Jahren gesagt. „Ich bin mein bester Freund oder mein schlimmster Feind.“

In den 1980er und 1990er Jahren galt Houston als das Golden Girl der Musikindustrie. Zu ihren Hits zählen Lieder wie “Saving All My Love for You“ und “I Will Always Love You“. Houston gewann zahlreiche Grammys und verkaufte laut ihrer Website mehr als 170 Millionen Alben, Singles und Videos.

Immer wieder hatte Houston aber auch mit Drogenproblemen zu kämpfen, ihre Stimme versagte immer öfter. Zwar veröffentlichte sie 2009 ein Comeback-Album, doch ihre Tournee im Jahr darauf war von Negativschlagzeilen geprägt: Sie musste etliche Konzerte wegen Krankheit absagen und erhielt negative Kritiken von Fans, die von Houstons Gesang und Auftritten enttäuscht waren. Berichte über einen angeblichen Drogenrückfall wies die Exfrau des Rappers Bobby Brown zurück.

dapd

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