Kesici äussert sich zu der Kritik von Daniel Küblböck

Kesici: „Daniel sollte sich erkundigen!“

730.10.09|Stars|1 KommentarFacebook
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München - Das Buch des „Star-Search“-Siegers Martin Kesici schlägt hohe Wellen: Darin rechnet er mit Castingshows ab. DSDS-Kultifgur Daniel Küblböck hält das für eine Frechheit (wir berichteten). Jetzt kontert Kesici.

© Ralf Strahtmann

Nach seiner Tour in Osteuropa arbeitet Martin Kesici an einer neuen CD.

Martin Kesici, der Autor des Enthüllungs-Buches „Sex, Drugs&Castingshows“ wurde als Gewinner der Sat.1-Sendung „StarSearch“ berühmt. Nach seinem Nummer 1-Hit „Angel of Berlin“ geriet er in Vergessenheit. Heute wettert er gegen das Castingshow-Business. Sein Vorwurf: Die Teilnehmer würden verheizt und ausgebeutet werden. Daniel Küblböck hat Kesicis Buch in einem Interview mit tz-online als „eine Frechheit“ bezeichnet. Küblböck weiter: „Für mich ist Martin Kesici ein verbitterter Teilnehmer, der am Ende nicht den Ruhm bekommen hat, den er sich erhoffte.“ Diese Vorwürfe lässt Kesici nicht auf sich sitzen:

Was sagst du zu den Äußerungen von Daniel Küblböck über dein Buch?

Kesici: Der Daniel hat das Buch gar nicht gelesen, sonst würde er nicht sowas erzählen. Ehrlich, der wäre selber in anderen Ländern gar nicht durch das Pre-Casting gekommen. Er konnte damals bei DSDS nichts, außer eine dämliche Show abziehen. In den anderen Ländern geht es tatsächlich ums Singen und nicht darum sich zum Clown zu machen.

Wie meinst du das?

Kesici: Ganz einfach, Daniel Küblböck und seine Preformance sind schuld daran, dass wir bei den Castingshows danach nicht mehr ernst genommen wurden. Er hat die Talentsuche zu einer Clownnummer gemacht, die mit Singen nichts zu tun hat. In Amerika, England geht es nur darum gut zu singen, dort werden die richtigen Stars geboren.

Wie denkst du persönlich über Daniel?

Kesici: Er hat schon eine Entwicklung durchgemacht. Damals habe ich ihn als Beleidigung für alle Sänger gesehen. Er konnte einfach nicht singen! Ich finde nur, bevor man über andere redet, sollte man sich vorher erkundigen. Ich mache Karriere und war in den letzten Jahren auf Tour. Ich lebe sehr gut von meiner Musik. Ich muss mich auch nicht ständig ändern. Ich bin Rockmusiker und bleibe mir selber treu. Das hat mit Facetten gar nichts zu tun.

Martin Kesici: Bilder seiner Karriere

Was glaubst du, wo du ohne Castingshows wärst?

Kesici: Das kann ich nicht sagen, natürlich war „StarSearch“ eine Plattform, um bekannt zu werden. Ich bin ein Musiker, der in den 80er Jahren seine ersten Schritte gemacht hat. Da dachten wir noch, wir spielen, was das Zeug hält und irgendwann kommt ein Manager, der uns groß rausbringt. Das war halt nicht so.

Hast du deshalb bei „StarSearch“ mitgemacht?

Kesici: Nein, eher aus Neugier, Langeweile - wirkliche Erwartungen hatte ich keine. Über den Vertrag habe ich mir auch keine Gedanken gemacht, es war ein Anwalt da. Später hat sich herausgestellt, dass er von Sat.1 gekauft war. Viele Paragraphen wurden verharmlost. Wir hatten ja auch nur sechs Wochen, um alles durch zu bringen. Andere haben da viel mehr Zeit. Dann war ich auf einmal der Gewinner.

War das so schlimm?

Kesici: Das nicht. Was mich gestört hat, war, dass ich meine eigenen Songs nicht schreiben durfte. Ich hatte kein Mitspracherecht, das fand ich sehr hart. Nach dem Vertrag war ich vom Fernsehbildschirm verschwunden und auf einmal wusste keiner mehr, dass meine Karriere weiter ging. Natürlich bin ich in ein Loch gefallen. Aber das hielt nicht lange an.

Casting-Shows: Das wurde aus den Siegern

Wie denkst du über die Fernsehpräsenz?

Kesici: Es war Mittel zum Zweck. Am Ende wollte ich mich nicht den Massen anpassen. Ich bin meinen eigenen Weg gegangen, ohne den Zwang der Musikindustrie, die einfach auf Kommerz ausgerichtet und zu schnellebig ist. Ich wollte mein Ding machen und mir keine Hintertüre offenhalten. Das sind kurzweilige Trends, ich mache Musik aus Leidenschaft.

Also hat dir die Castingshow am Ende doch nur Vorteile gebracht. Warum dann das Buch? Es ist ja eine Abrechnung.

Kesici: Auf der einen Seite ist es natürlich eine Abrechnung. Der Druck ist sehr hoch. Man befindet sich in einem Strudel, wird gelenkt, gepusht, man kommt nicht zum Nachdenken. Erst, wenn alles vorbei ist, wenn der Erfolg, den man sich erhofft nicht kommt, dann fällt man in dieses Loch. Ich mache viel Jugendarbeit, in Heimen und auch im Gefängnis. Viele Teenies glauben heute fest daran, dass sie reich und berühmt werden, wenn sie bei so einer Show mitmachen. Davor wollte ich sie bewahren. Heute wird in den Verträgen nicht von Sängern, sondern von Dokuserien-Darstellern gesprochen. Das soll den Jugendlichen klar werden, auch wenn es sie nicht abhalten wird.

Daniel Küblböck: Bilder seiner Karriere

Wie sieht deine Zukunft aus?

Kesici: Ich bringe Ende des Jahres meine neue CD raus. Vielleicht komm‘ ich auch wieder ins Fernsehen, dann sehen die Leute, dass es mich noch gibt. Danach gehe ich sicherlich wieder auf Tour, ich bin gut ausgebucht, auch in Zukunft.

Tanja Lugert

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