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Eric Clapton und Steve Winwood auf Tour in Deutschland

Blues trifft Soul - Clapton und Winwood in concert

Düsseldorf - Endlich wieder zusammen auf der Bühne. Rund 13.000 Fans feierten eine perfekte Melange aus Blues und Soul. Eric Clapton steht für den Blues und Steve Winwood für den Soul.

© ap

Clapton und Winwood in Düsseldorf uaf der Bühne.

Blind Faith ist so etwas wie die Stecknadel im Heuhaufen der Rockgeschichte: Noch nicht einmal ein Jahr waren Eric Clapton, Steve Winwood, Ginger Baker und Ric Grech 1969 unter diesem Band-Namen zusammen. Nach nur einem Album und einer Tournee zerbrach für Millionen Fans der Traum von einer neuen Supergruppe, Clapton und Winwood schlugen Solopfade ein. 2008 fanden die beiden dominanten Persönlichkeiten wieder zusammen und begannen eine Welttournee, die am Freitag Düsseldorf erreichte. Rund 13.000 Fans feierten eine perfekte Melange aus Blues und Soul. Clapton steht für den Blues und Winwood für den Soul.

Zunächst spielten sich die beiden, die jahrelang den Mittelpunkt der Bühne für sich beanspruchten, die Bälle sozusagen zu: Winwood sang die Blind-Faith-Nummer “Had To Cry Today“, Clapton ließ den Blues-Rocker “Low Down“ und seinen Klassiker “After Midnight“ folgen. Beim Blind-Faith-Titel “In The Presence Of The Lord“ wechselten sie sich mit dem Lead-Gesang ab, “The Shape I'm In“ sangen sie im Duett. Mit dem Instrumentalstück “Glad“ groovten sie sich ein, dann jagte ab “Well... All Right“ ein Höhepunkt den anderen.

Ein Gitarrenvirtuose

Tourdaten:

02.06. Berlin (O2 World)

03.06. Hamburg (Color Line Arena)

05.06. München (Königsplatz)

Clapton ist mit 65 Jahren inzwischen ein Gitarrenvirtuose, der zuhören kann, der nicht mehr jeden Glanzpunkt selbst setzen will und die anderen Musiker auf der Bühne “nur“ zur Begleitung braucht. Das schafft dem drei Jahre jüngeren Winwood, musikalisches Alphatier vom gleichen Kaliber, den Platz, den er mit seiner Stimme und seinem dynamischen Spiel an Orgel, Keyboard und Flügel braucht. Früher bissen sie sich gegenseitig weg, inzwischen haben sie die Harmonie gefunden, die ihre Präferenzen - Claptons Blues und Winwoods Soul - zu einem einzigartigen Ereignis verschmelzen lässt.

Einer der - unerwarteten - Höhepunkte ist der alte Spencer-Davis-Group Hit “Gimme Some Lovin'“. Winwoods Orgel kreischt wie eh und je, Clapton setzt ein furioses Solo obendrauf. Und wenn Winwood singt “So glad we made it“ sind im Düsseldorfer ISS Dome wirklich alle froh: Die Fans, weil sie gekommen sind, und die beiden Altstars auf der Bühne, dass sie sich nach vier Jahrzehnten noch einmal zusammengerauft haben. Ein ganz besonderer Höhepunkt war ein akustischer Set in der zweiten Hälfte des etwas mehr als zweistündigen Konzerts, den es beim die Tournee im Februar 2008 lostretenden Konzert “Live from Madison Square Garden“ in New York noch nicht gab: Clapton wendet sich erstmals mit ein paar Worten - “Nice to be back in Düsseldorf“ - ans Publikum und kündigt “a couple of Blues“ an. “Driftin'“ dominiert, getragen von Winwoods Orgel, Claptons akustische Gitarre, bei “How Long“ greift auch Winwood zur akustischen Gitarre, und “Layla“ spielen die beiden in einer Intensität, die die bekannte “Unplugged“-Version verblassen lässt.

Davor hat Clapton “Crossroad“ gerockt und Winwood “Georgia On My Mind“ zelebriert - Ray Charles im Himmel dürfte seine Freude gehabt haben. Aber selbst damit haben Clapton und Winwood ihr Pulver noch nicht verschossen. Jimi Hendrix' “Voodoo Chile“ machen sie zu einem Jam-Blues für E-Gitarre und Orgel, der gut eine Viertelstunde jeden Takt genießt und dann setzen sie noch ein fetziges “Cocaine“ obendrauf. Mit Zugabe 21 Songs, ein Sound, der nach anfänglichen kleinen Problemen zur absoluten Spitzenklasse in dieser Hallengröße zählt: “So glad they made it.“ Clapton und Winwood waren mit Blind Faith gescheitert, weil beide die Chefrolle beanspruchten. 40 Jahre später zelebrieren sie eine Musik, die von der Spannung zwischen zwei Persönlichkeiten lebt, die von sich absolute Perfektion verlangen und inzwischen gelernt haben, einander zuzuhören.

dapd

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