Superbanner

Hier fährt ihn seine Bettina nach Hause

Hier fährt ihn seine Bettina nach Hause

Großburgwedel - Der Abschied in Berlin war schnell vollzogen. Bereits am Abend reiste Christian Wulff zurück in seine Heimat. Seine Frau Bettina fuhr ihn in einer schwarzen Limousine zur Villa in Großburgwedel.

© dapd

Bettina Wulff am Steuer der schwarzen Limousine.

Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff ist am Freitagabend in seinem Haus in Großburgwedel bei Hannover eingetroffen. Nach Augenzeugenberichten erreichte der Präsident sein Eigenheim in Begleitung seiner Familie gegen 18.15 Uhr in einer dunklen Limousine. Ehefrau Bettina saß am Steuer des Wagens. Bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten hatte das Ehepaar Wulff seinen ersten Wohnsitz in Großburgwedel gehabt.

Nach zehn Wochen Dauerkritik und angesichts drohender strafrechtlicher Ermittlungen hat Bundespräsident Christian Wulff seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Noch am Freitagabend leitete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Suche nach einem Konsens-Kandidaten für die Nachfolge ein. Die Opposition reagierte erleichtert und bot Merkel Zusammenarbeit an. Das Staatsoberhaupt muss bis zum 18. März gewählt werden. Die Staatsanwaltschaft Hannover will bereits an diesem Samstag nach Erlöschen von Wulffs Immunität die Ermittlungen gegen ihn aufnehmen.

Wer wird Wulff-Nachfolger? Acht Top-Kandidaten

zurück

vor

In der Bundesversammlung, die das neue Staatsoberhaupt wählt, hat Schwarz-Gelb nur eine knappe Mehrheit von derzeit mindestens vier Stimmen. Im Gespräch für die Nachfolge sind unter anderem Verteidigungsminister Thomas de Maizière, der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer (beide CDU) und auch der frühere DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, der 2010 als rot-grüner Kandidat gegen Wulff nur knapp verloren hatte. Gauck sagte am Abend, er habe noch nicht über eine erneute Kandidatur entschieden.

Ausschlaggebend für Wulffs Rücktritt dürfte letztlich die Staatsanwaltschaft Hannover gewesen sein, die wegen der möglichen Annahme von Vergünstigungen durch den befreundeten Film-Unternehmer David Groenewold ermitteln will. Nach Angaben aus Wulffs Umgebung hatte sich der frühere niedersächsische Ministerpräsident und CDU-Vize bereits am Donnerstagabend dazu entschlossen, nachdem die Staatsanwaltschaft die Aufhebung seiner Immunität beantragt hatte. Zur Nachfolgesuche sagte die Kanzlerin: „Wir wollen Gespräche führen mit dem Ziel, in dieser Situation einen gemeinsamen Kandidaten für die Wahl des nächsten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland vorschlagen zu können.“ Von der FDP wurde aber betont, dass die Entscheidung innerhalb der Koalition falle.

Reisen, Partys, Darlehen: Die Vorwürfe gegen Christian Wulff

zurück

vor

Unterdessen ist Kanzlerin Angela Merkel am Freitagabend mit FDP-Chef und Vizekanzler Philipp Rösler zu Beratungen über die Bundespräsidenten-Nachfolge zusammengekommen. Rösler erschien gegen 18.00 Uhr im Kanzleramt. Später sollte auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer zu dem Treffen mit der CDU-Chefin kommen. Stellungnahmen wurden nach dem Treffen nicht erwartet - die Parteichefs hatten dem Vernehmen nach Stillschweigen vereinbart.

SPD und Grüne erklärten sich zu Gesprächen bereit. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte „bild.de“: „Die SPD steht bereit für einen Neuanfang. Für die SPD ist entscheidend, eine Persönlichkeit zu finden, die dem schwer angeschlagenen Amt des Staatsoberhaupts angemessenen Respekt und Würde zurückgibt.“ Grünen-Chef Cem Özdemir sagte: „Ich begrüße, dass die Bundeskanzlerin einen offensichtlichen Lernprozess durchgemacht hat.“

Aus den Reihen der Union wurden auch Finanzminister Wolfgang Schäuble und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) als mögliche Nachfolger genannt. Im Gespräch sind auch der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, und die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt. Bis zur Wahl des neuen Staatsoberhaupts nimmt nun Bayerns Ministerpräsident Seehofer als amtierender Präsident des Bundesrats die Aufgaben des Staatsoberhaupts wahr.

Wulff ist innerhalb von zwei Jahren bereits der zweite Bundespräsident, der vorzeitig das Amt verlässt. Vorgänger Horst Köhler hatte im Mai 2010 überraschend seinen Rücktritt erklärt, nachdem er mit Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz eine Diskussion ausgelöst hatte. Strittig ist nun, ob Wulff wie die vier anderen lebenden Ex-Präsidenten künftig einen „Ehrensold“ in Höhe von annähernd 200 000 Euro pro Jahr bekommt.

dpa

zurück zur Übersicht: Politik

Kommentare

Meist kommentierte Artikel

  • Letzte Woche
  • Monat
  • Themen

Holocaust & Euro: Sarrazin-Eklat bei Jauch

Berlin - Thilo Sarrazin hat erneut mit gewagten Äußerungen provoziert. Sein Auftritt in Günther Jauchs ARD-Talkshow wurde von Politikern von SPD, FDP und Grünen scharf kritisiert.Mehr...

Holocaust & Euro: Sarrazin-Eklat bei Jauch

Berlin - Thilo Sarrazin hat erneut mit gewagten Äußerungen provoziert. Sein Auftritt in Günther Jauchs ARD-Talkshow wurde von Politikern von SPD, FDP und Grünen scharf kritisiert.Mehr...

Aktuelle Fotostrecken

Röttgen-Verabschiedung: Merkel wie versteinert

weitere Fotostrecken:
Newsletter

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • Letzte Woche
  • Monat
  • Themen

Kritik an Seehofers Idee vom Energie-Alleingang

Berlin - Ministerpräsident Seehofer denkt wegen fehlender Berliner Fortschritte in der Energiewende an einen bayerischen Alleingang. Davon hält Wirtschaftsminister Zeil aber nichts.Mehr...

Holocaust & Euro: Sarrazin-Eklat bei Jauch

Berlin - Thilo Sarrazin hat erneut mit gewagten Äußerungen provoziert. Sein Auftritt in Günther Jauchs ARD-Talkshow wurde von Politikern von SPD, FDP und Grünen scharf kritisiert.Mehr...

Innenminister Herrmann bei Baggerunfall verletzt

Kempten - Beim Spatenstich zur Bau einer neuen Straße in Kempten ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in einen tonnenschweren Bagger geklettert - und mit dem Gefährt umgekippt.Mehr...

Wirtschaft

Steuerplus für Bund und Länder

Steuerplus für Bund und Länder

Berlin - Bund und Länder haben auch im April ein steigendes Steueraufkommen verbucht. Dennoch ist das Plus nicht ganz so hoch wie im Vormonat.Mehr...

Patent-Streit: Apple und Samsung schweigen

Patent-Streit: Apple und Samsung schweigen

San Francisco - Die Erwartungen an die Gespräche von Apple und Samsung zur Lösung ihres Patentkonflikts waren nicht hoch. Und das gerichtlich angeordnete Treffen in Kalifornien scheint tatsächlich kein Ergebnis gebracht zu haben.Mehr...

Stimmung in deutscher Wirtschaft gesunken

Stimmung in deutscher Wirtschaft gesunken

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat im Mai einen Dämpfer bekommen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ging in den vergangenen vier Wochen deutlich zurück.Mehr...

Artikel lizenziert durch © tz-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.tz-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper