Wiesn-Zusatztag nur für Einheimische: So erkennt man den Münchner!

Wiesn-Zusatztag nur für Einheimische: So erkennt man den Münchner!

902.02.10|München|30 Kommentare
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München - Ein Wiesntag nur für die Münchner? Klingt gut – aber wie erkennt man einen echten Münchner eigentlich? Wie wollen die Behörden kontrollieren, wer rein darf? Die Lösung:

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Ein Zusatztag für echte Münchner: Wie wollen die Behörden kontrollieren, wer rein darf und wer nicht?

Den Münchnern steht heuer ein großes Jubiläum ins Haus: Die Wiesn feiert 200. Geburtstag – Anlass für ein großes Zusatzprogramm, dass das Oktoberfest noch attraktiver als sonst machen soll. Damit aber auch die Münchner etwas vom Jubiläum haben, will Wiesn-Stadrat Helmut Schmid (SPD) heuer ausnahmsweise das Oktoberfest um einen Tag verlängern. Doch beim grünen Koalitionspartner sind die Zweifel ebenso groß wie bei CSU und FDP.

In einer Woche soll der Wirtschaftsausschuss den zusätzlichen Wiesn-Tag beschließen, doch jenseits der SPD sind die Rathaus-Parteien mehr als skeptisch: „Das Wiesn-Jubiläum ist für unseigentlich nicht Grund genug, das Oktoberfest einfach zu verlängern“, so Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich zur tz. Eine abschließende Meinung gebe es aber nicht. Einiges spricht derzeit aber dafür, dass die Grünen nicht mitspielen beim zusätzlichen Wiesn-Tag.

So sieht es auch bei der Rathaus-CSU aus: „Mit uns hat niemand den zusätzlichen Wiesn-Tag besprochen. Wenn er reser­vrierungfrei ist, kommen dann alle Oberbayern? Oder bleiben auch die Touristen einfach einen Tag länger und nehmen den Münchnern die Plätze weg?“, fragt CSU-Fraktionschef Helmut Schmid. „Der normale Münchner muss am Montag voraussichtlich arbeiten.“ Außerdem sollte man an so einem Tag über Initiativen nachdenken, die es einer durchschnittlichen Familie einen Wiesn-Tag ermöglichen. Schmid: „Ich denke da an einen Polizeibeamten mit einer Verkäuferin als Ehefrau und zwei Kindern.“

Auch die FDP ist skeptisch: „Wer soll denn kontrollieren, ob dann nur Münchner aufs Oktoberfest kommen?“, so FDP-Fraktionschef Michael Mattar. „Es läuft doch nur auf einen zusätzlichen Wiesn-Tag wie alle anderen hinaus.“

Ob die Wiesn-Wirte sich mit einem reservierungsfreien Montag anfreunden können, ist sowieso fraglich: „Ich wäre schon dafür, dass dann eine Reservierung wie am Wochenende möglich ist“, so Wiesn-Wirtesprecher Toni Roiderer. Dass man diese Reservierungen per Stadt-Erlass nur den Münchnern vorbehält, fände nicht seine Zustimmung: „Zu viele Vorschriften schaden der Wiesn nur.“

Doch Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid macht den Zusatztag davon abhängig, dass es keine Reservierungen gibt. Über die Chancen seines Antrages im Stadrat sagt er: „Ich habe einen Antrag eingebracht, und dem wird stattgegeben oder nicht.“

Johannes Welte

So erkennt man den Münchner!

Ein Wiesntag nur für die Münchner? Klingt gut – aber wie erkennt man einen echten Münchner eigentlich? Wie wollen die Behörden kontrollieren, wer rein darf und wer nicht? Wir haben die Lösung: Das (nicht ganz ernstgemeinte) Kontrollprotokoll zum Erkennen eines echten Münchners:

  • Wer den Satz „De Wiesn-Wirt’ verdiena gor ned so vui Diridare wia olle sogn“ NICHT fehler- und akzentfrei aussprechen kann – der fliegt aus dem Zelt!
  • Wer China als Schina ausspricht – fliegt raus!
  • Wer nicht mindestens zwei Ersatzspieler des FC Bayern oder des TSV 1860 nennen kann, fliegt raus! (Optional auch zwei Stammspieler von Unterhaching.)
  • Wer nicht versichern kann, irgendwann mal mit Freunden am Isar­ufer ein Bier getrunken zu haben – fliegt!
  • Wer eine Lederhose anhat, die nicht mindestens fünf alte Flecken aufweist – fliegt raus (bei Dirndl reicht ein Fleck)!
  • Wer noch nie beim Kreisverwaltungsreferat wegen irgendetwas stundenlang im Wartesaal saß – der fliegt raus!
  • Wer noch nie am Luise-Kisselbach-Platz fluchend im Auto gesessen hat, der ist kein Münchner – und fliegt raus.
  • Wer nicht mindestens drei Oberbürgermeister der Stadt aufzählen kann (also beispielsweise Ude, Kronawitter, Vogel) – darf nicht ins Zelt.
  • Wer auf den Satz „Früher war die Wiesn viel schöner“ antwortet: „Nein“ – der darf nicht ins Zelt. Denn jeder echte Münchner ist der Meinung, dass früher ALLES schöner war – auch die Wiesn.
  • Wer nicht auf dem Personalausweis unter dem Begriff Behörde „Landeshauptstadt München“ stehen hat – der braucht gar nicht erst zu kommen.

AGE

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