021.03.10|München|44 Kommentare
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Neubiberg - Jeden Tag, wenn der kleine Niklas (5) aus dem Kindergarten heimkommt, ruft er schon an der Tür: „Hallo Rico!“ Dann sauste der schwarze Labrador stets begeistert heran.

Niklas und sein Rico.
Ein Berner-Sennen-Mischling und ein Beagle überlebten den Giftanschlag knapp. Ein Schäferhund (11) starb unter unklaren Umständen. Alle drei haben eines gemeinsam: Sie gehen mit ihren Besitzern gern im Neubiberger Grünanger-Park spazieren. Das tat auch Rico – der Hund der Familie E. Vater Simon (32) arbeitet als Anästhesie-Pfleger, Mutter Nadine E. (31) ist OP-Schwester. Bevor die Familie morgens das Haus verlässt, wurde Rico stets 20 Minuten ausgeführt. So war es auch am Freitag. Doch als der Vater nachmittags heimkehrte erkannte er den Hund nicht mehr wieder: „Rico lag apathisch da. Er atmete nur noch ganz flach, hatte erbrochen und blutete aus sämtlichen Körperöffnungen. Es war entsetzlich.“
Als Simon E. abends in der Tierarzt-Praxis noch einmal nach ihm sah, öffnete Rico die Augen und klopfte matt mit dem Schwanz. Es war sein Abschied. Für immer. Der Tierarzt kämpfte die ganze Nacht, versuchte sogar eine Blutübertragung mit dem Blut seineses eigenen Hundes. Freitag um 5 Uhr jedoch ist Rico gestorben. Im Grünanger-Park werden Hundebesitzer und Eltern nun mit Schildern gewarnt. Die Polizei fand noch Köderreste. Offenbar wurden die Leckerli mit Rattengift versetzt.
Niklas wurde vorsichtig darauf vorbereitet, dass Rico sehr krank ist und vielleicht nicht mehr heimkommt. So verstand er am Freitag bei seiner Heimkehr sofort, was es bedeutet, als Rico nicht wie gewohnt zu ihm kam. Der Vater: „Niklas ist vor mir auf den Boden gefallen und hat zwei Stunden lang so sehr geweint. Wir alle vermissen Rico. Er war ein Familienmitglied.“ Für noch nicht mal zwei Jahre. Weihnachten 2008 erst hatte Niklas das Hundebaby von den Eltern geschenkt bekommen.
Dorita Plange

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