München - Take That haben im Olympiastadion 68.154 begeisterte Fans zum Jubeln und Kreischen gebracht - mit einer Pop-Oper in drei Akten: die Konzertkritik und das Video von Robbie Williams' München-Besuch.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Es war Münchens Pop-Oper des Jahres! Die Hochzeit des Figaro, und die Scheidung gleich hinterher! Mit Robbie Williams als Zauberflöter, nach dessen Pfeife alle nur zu gern tanzten. 68 154 begeisterte Fans bejubelten Freitagabend im ausverkauften Olympiastadion das Comeback von Take That – und nahmen gleichzeitig wieder Abschied von der gereiften Boygroup. Denn München schrieb ein kleines Stück Pop-Geschichte: Als die Lichter nach dem 36. und letzten Konzert der „Progress“-Tour mit insgesamt 1,6 Millionen Zuschauern ausgingen, war klar, dass Robbie und seine alten Kumpels wohl nie mehr zusammen auf der Bühne stehen werden. Bye bye in Bayern, riesiger Jubel und manche Tränen, alles gut durchmischt. „There’s magic in the house tonight“, jubelte Robbie, und hatte Recht wie selten. Denn bevor der allerletzte Vorhang fiel, erlebte Münchens altehrwürdiges Pop-Nationaltheater eine letzte grandiose Inszenierung in drei Akten.
Ouvertüre – Pet Shop Boys. Wie gut muss eine Oper werden, wenn schon die Ouvertüre so genial ausfällt? Die wunderbaren Pet Shop Boys waren mit ihrem Pop-Zirkus in der Stadt, jonglierten eine gute halbe Stunde mit Hits wie „Suburbia“ und „Se a vida é“.
Die Jungs sagen brav „Servus“, singen, kaum zu glauben, mit den Fans (fast) textsicher die deutsche Nationalhymne, lassen sich feiern wie einst Tokio Hotel, nur hochklassiger, edler, erwachsener. Tokio Grand Hotel sozusagen. Alle vier körperlich und stimmlich verteufelt gut in Form, Gary Barlow beindruckend entmopst, die erstklassigen Comeback-Hits „Patience“ und „Shine“ wunderbar cremig mit feinem Harmoniegesang – kann man würdiger altern? Kann man nicht! Diese souveräne Show können die vier noch 20 Jahre lang durchziehen, mindestens.
2. Akt: Robbie, ohne Take That! Beim letzten Take-That-Solo „Shine“ hoppeln rosa Raupen und ein weißer Hase über den Catwalk, alles im Wunderland – und dann fällt zu „Sgt. Pepper“ („It was 20 years ago tonight“, sinnig!) endlich ER vom Bühnenhimmel. Robbie grinst, wie nur Robbie grinst, zelebriert sein Lebensmotto „Let Me Entertain You“ und singt gleich danach „Rock DJ“. Der Mann, der vom Himmel fiel, brüllt „My Name ist Robbie Champion Williams“, wirkt ziemlich exaltiert und irre bei der Solo-Show, die das Stadion gewaltig rockt, und die seine Bedingung fürs Comeback war. Am Ende singt er „Angels“ – und wenn Robbie Champion Williams „Angels“ singt, darf er notfalls halt auch den Fans seinen nackten Robbie-Hintern vors Gesicht halten, denn „Angels“ ist natürlich magisch wie eh und je.
Jörg Heinrich
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