München - Alte Rostlauben am Tacho auf jung getrimmt und überteuert verhökert: Eine Gebrauchtwagenhändler-Bande aus dem Raum München hat mit dieser Masche viele Kunden übers Ohr gehauen.

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Reihenweise sollen mehrere Gebrauchtwagenhändler aus dem Raum München die Tachos von Fahrzeugen manipuliert haben.
Die Gebrauchtwagenhändler aus München und Umgebung sollen im großen Stil die Tachos alter Autos manipuliert und die Fahrzeuge dann teuer an ahnungslose Kunden verkauft haben. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sie vor allem in Italien, aber auch in Deutschland und Polen gebrauchte BMW, Mercedes oder Audis aufgekauft. Professionelle Tachodreher hätten dann den Kilometerstand nach unten korrigiert, berichtete die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in München. Anschließend seien diese Fahrzeuge dann erheblich über ihrem wahren Wert verkauft worden, vor allem an Kunden in osteuropäischen Ländern und im Baltikum.
Insgesamt wird derzeit gegen 89 Beschuldigte und 120 weitere Verdächtige ermittelt. Gegen einen Händler in Untersuchungshaft wurde bereits Anklage erhoben.
Welche Händler im Verdacht stehen, Tachos manipuliert zu haben, ist im elektronischen Bundesanzeiger nachzulesen Unter www. ebundesanzeiger.de findet man mit dem Suchbegriff „Staatsanwaltschaft München I“ eine ausführliche Mitteilung. 14 Händler und Firmen sind hier namentlich aufgelistet, und der Katalog des gesicherten Vermögens legt die Vermutung nahe, dass sie sich mit dem ergaunerten Geld ein luxuriöses Leben leisteten. Bis zu fünfstellige Bargeldbeträge lagern jetzt auf Staatskonten, und in der Verwahrstelle des Münchner Polizeipräsidiums parken unter anderem ein Maserati GT 3200, ein Mercedes S 350 CDI und eine Harley Davidson. Auch wertvolle Uhren, etwa eine Rolex Daytona Oyster Perpetual, sowie Kreditkarten ließ die Staatsanwaltschaft in staatliche Obhut nehmen. Das soll verhindern, dass die Beschuldigten ihr Vermögen verstecken und, vermeintlich mittellos, Forderungen ihrer Opfer ins Leere laufen lassen.
Konservativ geschätzt, so Staatsanwalt Peter Preuß, seien hier 200 000 Euro gesichert. Um daran zu kommen, müssten die Geschädigten jedoch ihre Ansprüche in Zivilverfahren durchsetzen. Dann könnten sie auf dem Weg der Pfändung auf diese Werte zugreifen. Sollten sich keine Opfer melden, so Preuß, dann müssten all die sichergestellten Vermögenswerte „möglicherweise wieder an die Beschuldigten zurückgegeben werden“.
Unabhängig davon geht die strafrechtliche Aufarbeitung des Falls voran. Wie berichtet, ist Ende Dezember gegen einen Perlacher Kfz-Sachverständigen und -Händler Anklage erhoben worden. Ein Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest. Gegen 89 weitere Beschuldigte und 120 Verdächtige laufen die Ermittlungen noch.
Peter T. Schmid/dpa



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