München - Wie von Sinnen hat am Samstag ein psychisch Kranker auf einen 57-jährigen Feuerwehrmann eingestochen, als dieser seine Tür an der Barer Straße aufbrach.
Dazu war es gekommen, weil der 25-Jährige am frühen Morgen begonnen hatte, Hausratsgegenstände und schließlich sogar einen Fernseher aus seiner Wohnung im zweiten Stock in den Hinterhof zu werfen. Eine aufgeschreckte Anwohnerin rief gegen 7 Uhr wegen Ruhestörung die Polizei.
Als die Beamten klingelten, öffnete ihnen der Mann nicht, also verständigten sie, wie in solchen Fällen üblich, die Feuerwehr, um die Tür gewaltsam zu öffnen. Der 57-jährige Berufsfeuerwehrler von der Wache IV brach die Tür auf – und im nächsten Moment fiel der Wohnungsbesitzer auch schon über ihn her. Mit einem Filetier-Messer stach er dem verheirateten Münchner in die Brust. „Der Beamte hat Glück gehabt“, sagte ein Polizeisprecher gestern. „Der Stich ging durchaus in die Herzgegend – war aber nicht lebensbedrohlich.“
Auf der Stelle zückten die vier Polizisten ihr Pfefferspray und rangen den Rasenden nieder. Selbst als er am Boden lag, gelang es ihm noch, die Beamten durch wildes Fuchteln mit der Klinge an den Beinen zu verletzen. Ihre Blessuren waren schnell verarztet, die Wunde des Feuerwehrmanns allerdings musste sofort im Krankenhaus versorgt werden.
Was der Polizei laut eigener Aussage zuvor allerdings nicht bekannt war, ist, dass der Mann psychisch krank ist. Das sei wohl auch der Grund für sein Ausrasten am Samstag gewesen, mutmaßt der Sprecher. Deshalb habe die Staatsanwaltschaft auch keinen Haftbefehl erlassen, sondern die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung beantragt. Nachdem der 25-Jährige dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden ist, ist er wohl schon dorthin unterwegs. Der Feuerwehrmann kann laut Polizei möglicherweise schon heute entlassen werden.
Johannes Löhr
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