München: Jubiläums-Wiesn/Oktoberfest 2010: Der ganze Plan

Jubiläums-Wiesn: Der ganze Plan

508.02.10|München|11 Kommentare
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München - Am Dienstag soll der Wirtschaftsausschuss der Stadt die Pläne für das 200-jährige Wiesn-Jubiläum beschließen. Nach unseren Informationen plant die Stadt im Südteil der Wiesn ein historisches Zelt mit Platz für 3000 bis 4000 Menschen.

Die Wiesn feiert heuer 200-Jähriges.

 Der Pächter scheint schon festzustehen. Ob die Wiesn um einen Tag verlängert wird, war am Montag immer noch unklar, ebenso, ob das historische Fest einen Tag früher beginnen kann. Dreh- und Angelpunkt der Festveranstaltungen soll eine kleine Rennbahn sein, da das Oktoberfest ja auf ein Pferderennen anlässlich der Hochzeit Therese von Sachsen-Hildburghausen mit dem damaligen Prinzen und späteren König Ludwig I. von Bayern im Oktober 1810  zurückgeht.

Für die Zuschauer wird dafür eine Tribüne am Bavariaring aufgebaut; 1100 Zuschauer sollen dort Platz finden. Ein- bis zweimal am Tag sollen dort Profi-Jockeys zu Pferde richtige Rennen liefern. Dazu braucht es auch eine Stallfläche. Neben der Rennbahn gibt’s auch einen Biergarten mit Kiosk. Nebenan soll ein historisches Festzelt mit Tanzboden und Musiktribüne stehen. Laut Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid wird das Zelt 3000 bis 4000 Sitzplätze fassen. Zum Vergleich: Das Hippodrom hat 3300 Sitzplätze im Zelt. Der Festring e.V., der sonst auch den Trachtenumzug sowie den Einzug der Wiesnwirte veranstaltet, übernimmt die Auswahl des Wirtes. Die Betreiber sind offenbar schon gefunden: Peter Wieser und Toni Winklhofer vom Ratskeller, die auch während des Zentral-Landwirtschaftsfest alle vier Jahre ein Festzelt organisieren. „Wir sind in aussichtsreichen Verhandlungen“, so Winklhofer zur tz.

Die Schaustellerinnung zeigt in einem Museumszelt alte Karussells und Drehorgeln. Außerdem soll ein Zirkuszelt mit einer Radrennbahn aufgestellt werden. Ein Theaterzelt mit dem Motto Junge Wiesn beherbergt Kleinkunst. Der Eintritt in den historischen Bereich soll vier Euro betragen. Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid möchte, dass die Wiesn um den Montag danach verlängert wird. Das historische Fest soll schon am Freitag vor dem Anstich beginnen. Wie die Stadträte heute abstimmen, bleibt spannend. Die Grünen sträuben sich noch. „Wenn man mit den Einnahmen des zusätzlichen Montages die Kosten für das Jubiläum deckt, könnten wir uns aber damit anfreunden“, so Stadträtin Lydia Dietrich.

Skeptisch dagegen die CSU: „Die Vorlage lässt zu viele Fragen offen, etwa die, was man genau für das Eintrittsgeld für den historischen Bereich bekommt. Außerdem wollen wir wissen, ob der Freitag vor dem Anstich im historischen Bereich nur Ehrengästen vorbehalten bleibt oder der Allgemeinheit offen steht.“ Die FDP wundert sich darüber, dass der Betreiber für das große Festzelt ohne Mitwirkung des Stadtrates ausgesucht wird: „Auch wenn der Fest­ring offizieller Veranstalter ist, muss die Stadt das Fest mitfinanzieren. Und da wäre es schon angebracht, dass der Stadtrat ein Mitspracherecht hat“, so FDP-Stadträtin Gabriele Neff.

J. Welte

Sicherheitsring: So schützt die Polizei das Oktoberfest

Jubiläums-Wiesn

Die erste Wiesn fand am 17. Oktober 1810 statt – also vor genau 200 Jahren. Anlass war die Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese auf einer Wiese vor den Stadtmauern Münchens, wo ein großes Pferderennen stattfand. Seitdem heißt das Gelände Theresienwiese.

Den traditionellen Einzug der Wiesnwirte gibt es seit 1887 – damals zogen erstmals Wirte und Schausteller gemeinsam zur Theresienwiese, um das Fest zu eröffnen. Um Punkt 12 heißt es dann: „O’zapft is!“ Seit Jahren zieht das Oktoberfest über sechs Millionen Besucher an – aus aller Herren Länder, vorwiegend aus Italien, den Vereinigten Staaten, Japan und Australien.

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