München - Die Planen, die den Blick auf die neue Tramhaltestelle an der Münchner Freiheit verwehrten, sind weg. Jetzt können sich die Münchner einen Eindruck von dem spektakulären weiß-grünen Dachkonstrukt verschaffen.

© Marcus Schlaf
Die Hüllen sind gefallen: Jetzt ist der Blick frei auf die grün-weiße Dachkonstruktion an der Münchner Freiheit.
„Uiii, Mami, schau, das Raumschiff“, quietscht ein Mädchen, das mit seiner Mutter aus dem U-Bahnhof Münchner Freiheit ans Tageslicht tritt. Ein Arbeiter mit Sicherheitsgurt steigt gerade angeseilt in einer der 18 durchbrochenen Säulen der spektakulären Stahlkonstruktion des Aachener Büros „Ox2“ aufs Dach. Drei Rentner, alle um die 80 Jahre alt, schauen zu. Auch, wenn die futuristisch anmutende Wartehalle im Herzen Schwabings von Anfang an nicht unumstritten war, die Herren sind sich einig: „Ich bin positiv überrascht“, sagt einer der Senioren. „Die Säulen, durch die man hindurch schauen kann, die machen das Ganze viel luftiger“, findet der Zweite. „Mia gfoids außerordentlich“, sagt der Dritte.
Sicher: Bis der erste Zug der neuen Parkstadt-Tram 23 an der Münchner Freiheit in neun Tagen losrollt, muss noch einiges passieren. Die dreistrahligen Lampen, die unter dem 400 Tonnen schweren Dach für Licht sorgen, sind noch eingehüllt. Es fehlen die Sitzgelegenheiten, die modernen Anzeigetafeln, auch der Bodenbelag ist noch nicht verlegt.
Gehämmert und gesägt wird in der unterirdischen Ladenpassage ohne Unterlass. Bauzäune stehen hier noch, Arbeitsmaterial liegt herum, die Spiegeldecke fehlt an vielen Stellen noch. Doch das Leben pulsiert schon wieder, denn die meisten Geschäfte sind eingezogen. Bei der Bäckerei Wimmer stehen die Menschen Schlange. Kunden haben auch schon der Schlüsseldienst, der Kiosk, ein Schmuckladen, die Snack-Kette Panem und ein Kosmetikstudio. Gewerkelt wird noch in der Filiale des Mobilfunkbetreibers O2 und im dm-Drogeriemarkt, der am kommenden Montag öffnet.
Am neu gestalteten U-Bahnhof mit den blau beleuchteten Säulen und der Spiegeldecke einen Stock tiefer scheiden sich wegen der grellgelben Wandverkleidung zwar die Geister. Doch hier sieht alles schon fast fertig aus.
von Caroline Wörmann
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