009.03.10|München|37 Kommentare
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München - Es herrscht dicke Luft im Prozess gegen die drei 17-
Überhaupt bringen die Verteidiger das Verfahren mit zahlreichen Anträgen in Verzug. Bereits am Montag hatten die Anwälte gefordert, den Prozess nicht in München durchzuführen. In der Schweiz droht jugendlichen Straftätern nämlich eine Höchststrafe von nur vier Jahren.Die Jugendkammer hatte das wie erwartet abgelehnt. Bis Dienstagnachmittag sollten eigentlich acht Polizeibeamte als Zeugen gehört werden. Das Gericht schaffte aber nur vier. In den Zeugenstand trat auch ein Beamter aus der Schweiz, der über die Vorstrafen der Schüler aus Küsnacht bei Zürich berichtete. Gerichtssprecherin Margarethe Nötzel über diesen Zeugen: „Er hat gesagt, da wäre abgesehen von jugendtypischem nichts gewesen, was in Richtung der Ereignisse geht.“
Unbeschriebene Blätter also? Die Schweizer Zeitung Blick stellt dazu die Frage: „Verharmlost ein Schweizer Polizist ihre Vergangenheit?“ Schließlich sind die drei Täter wegen Hausfriedensbruchs, Körperverletzung und Raubversuchs vorbestraft! Die weitere Vernehmung von Polizeibeamten stellte das Gericht zurück. Heute sollen wie geplant vier der fünf Opfer in den Zeugenstand treten. Am Donnerstag kommen Zeugen aus dem Umfeld der Angeklagten zu Wort, darunter ihre Lehrer und acht Mitschüler, die bei der verhängnisvollen Klassenfahrt am 30. Juni 2009 mit dabei waren. Die anfängliche Nervosität der drei Angeklagten hat sich offenbar gelegt. Nötzel: „Sie sitzen da wie Schulbuben.“ Brav, aber schweigsam.
E. Unfried, M. Haupt