209.03.10|München|
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München - Bühne frei für einen ganz großen Star - und das mitten in Aschheim: Hollywood-Star Kevin Costner begeisterte als Musiker im Möbelhaus XXXLutz die Fans.

© Bodmer
Let’s go (Modern) West: Kevin Costner im Möbelhaus XXXLutz.
Drei Putzkräfte wischen im Rhythmus den Holzboden. Es ist kurz nach 20 Uhr im XXXLutz in Aschheim. Gehören die Jungs etwa gar zu Stomp? Nein! Die Putztruppe ist echt, und es ist kein normaler Arbeitstag für sie. Denn Menschenmassen strömen durch die offenen Türen des Möbelhauses, obwohl der Laden eigentlich schon zu haben müsste. Aber heute ist eben alles anders, denn der Filmstar und Oscar-Gewinner Kevin Costner tritt mit seiner Band Modern West auf. „Ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass Costner auch Musik macht“, erzählt Ulrich Büttner (55).
Doch als der Immobilienkaufmann und seine Frau davon gehört haben, musste sie gleich Karten bestellen. So erging es wohl vielen Ehepaaren in den vergangenen Tagen. Ja, der XL-Hollywood-Star und Frauenschwarm singt. Und erweist sich für seine Fans als Geheimtipp in der Musikbranche – gewinnt er doch mit seinen Country- und Folkklängen nicht nur die Frauenherzen im Sturm. Ein Video mit Filmszenen als Appetizer: Man sieht Kevin, wie ihn jeder kennt – als Bodyguard, als Baseballspieler, als Mann, der mit dem Wolf tanzt.
Doch hier ist er der Mann, der sich ’nen Wolf klampft. Die Gitarre hat er stets umhängen. Um Hollywood-Glamour geht es hier nicht. Costner geht durchs Publikum, gibt sich als Cowboy des Volkes, und entert die Bühne, die hinter den Kaufhaus-Kassen platziert ist. Und schon geht’s los. Mit Schlagzeug, Gitarren und Geige verwandeln Costner und die fünf Jungs des modernen Westens das Kaufhaus in eine Konzerthalle. Schon beim zweiten Lied wird’s dem Ex-Bodyguard zu heiß. Er legt seinen Schal ab und krempelt die Ärmel seines Leinenhemdes hoch. In klassisch-volkstümlicher Western-Manier spielen sie Songs aus ihren beiden Alben Untold Truth und Turn It On. Bei Liedern wie All I Want From You oder Let Me Be The One klatscht das Publikum im Takt, wippt mit Kopf oder Beinen rhythmisch hin und her. „Ich bin echt überrascht, wie super das Konzert ist“, schwärmt Stefan Alletter (42).
Der Elektrotechniker und seine Frau sind Costner-Fans und können gar nicht genug bekommen. Wer das Konzert eher in Ruhe genießen will, zieht sich ganz einfach in den ersten Stock zurück. Sitzsäcke werden ans Glasgeländer gerückt, um perfekte Sicht auf den 55-jährigen Womanizer zu haben. Manche Zuschauer lassen sich einfach nur auf die Sessel nieder. Doch ob nun gemütlich zurückgelehnt oder tanzend – Costner & Co. versetzen die Zuhörer in ihre ganz eigene Country-Welt. Und das lässt sich auch Peter Maffay nicht entgehen. Am Schluss des Konzerts steht er auf der Bühne (siehe unten). Kevin lässt uns zwar allein nach Haus, aber hinterlässt auch Spuren: Der Kartenerlös für seinen Auftritt geht an die Bildungsoffensive XXXL-Zukunft. Eine stolze Summe ist schließlich zusammengekommen: 20 000 Euro. Das Geld soll in Lernmittel für die Grundschule in der Bernaystraße investiert werden.
Charlott Drung
Plötzlich stand Peter Maffay auf der Bühne
Es war die XXXL-Überraschung am Ende des Konzerts: Nach der letzten Zugabe stand plötzlich Peter Maffay auf der Bühne. Leider durfte er weder etwas sagen noch etwas singen. Peter war einfach nur da, trank ein Glas Sekt mit Costner und verschwand wieder. Warum Maffay zu Gast war, erklärte niemand – die Zuschauer rätselten. Auflösung: Die Stars, beide in sozialen Projekten engagiert (Costners Stiftung heißt Just People), kennen sich seit Jahren, XXXLutz unterstützt die Peter-Maffay-Stiftung. So kam’s zu dem Auftritt – leider ohne Maffay-Costner-Duett am Ende …
JH

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