München - Die Münchner Polizei fahndet nach dem flüchtigen Häftling Bojan N. Im Harlachinger Krankenhaus ist ihm die Flucht gelungen - über ein gekipptes Klo-Fenster.
Er hatte vielleicht zwei Minuten Vorsprung, aber den nutzte ein U-Häftling der Justizvollzuganstalt Stadelheim effektiv, berichtet die tz. Seit Mittwochnachmittag fahndet die Münchner Polizei mit Hochdruck nach Bojan N. Der Serbe war über ein Toilettenfenster im Harlachinger Krankenhaus geflüchtet - und wahrscheinlich im Perlacher Forst untergetaucht.
Von dem 40-Jährigen fehlt jede Spur. Auch eine Großfahndung mit Hubschrauber, dutzenden Streifenwagen und zivilen Beamten konnte den Mann nicht aufspüren. Selbst der stellvertretende Anstaltsleiter Jochen Menzel machte sich mit dem Radl auf die Suche – ohne Erfolg. Bojan N. wurde am Mittwoch Mittag von einem Justizbeamten zum Harlachinger Krankenhaus gebracht – für eine Darmspiegelung.
Zu diesem Zweck musste der Häftling mehrfach eine Toilette im Erdgeschoss aufsuchen. Dazu löste der Beamte ihm vorrübergehend eine Fußfessel. Bei einem Toilettengang gegen 13.35 Uhr gelang dem Mann die Flucht. Über ein gekipptes Fenster zwängte sich Bojan N. nach draußen.
Auffallend dürfte die schwere Stahlkette an seinem rechten Fußgelenk sein. „Die ist nicht so leicht zu kappen. Da braucht er Hilfe“, sagt Jochen Menzel. Die Polizei überwacht nun diskret den Familien-und Bekanntenkreis von Bojan N., der vor seiner Festnahme in München bei Frau und Kind lebte.
Seit 12. März sitzt der Serbe in U-Haft in Stadelheim – ihm wird besonders schwerer sowie gewerbsmäßiger Diebstahl vorgeworfen. Er hat sich bisher unauffällig verhalten, war in der Küche beschäftigt. Schließlich ist er gelernter Koch. Vize-Stadelheimchef Jochen Menzel: „Er gilt nicht als gewalttätig, ist nicht gemeingefährlich.“
Jacob Mell
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