Hamburg - Die katholische Kirche erhält in diesem Jahr den Kritikpreis “Verschlossene Auster“. Die Journalistenvereinigung “Netzwerk Recherche“ verlieh die Skulptur stellvertretend an die Deutsche Bischofskonferenz.

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Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch.
Die Kirche respektiere den Anspruch der Öffentlichkeit auf frühzeitige und vollständige Informationen nicht und widerspreche damit eigenen Wertevorgaben nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit, erklärte die Jury. Die Journalisten bemängelten die Bereitschaft der Kirche an der Aufklärung der Missbrauchsfälle: “Es wurde vertuscht, verleugnet und verheimlicht.“
Für die Bischofskonferenz nahm deren Sprecher Matthias Kopp die “Auszeichnung“ entgegen, die zum neunten Mal verliehen wurde. Der Sprecher der Bischofskonferenz räumte ein, dass es in der kirchlichen Kommunikationsarbeit Verbesserungsbedarf gebe. “Ja, wir haben als katholische Kirche die größte Krise seit 1945. Ja, wir haben uns zu lange vor die Täter gestellt und nicht auf die Opfer geschaut. Ja, wir haben Kommunikationsfehler gemacht“, resümierte Kopp. Den Bischöfen sei aber klar geworden, dass sie sich drängenden Fragen stellen müssten. Eine Kirche, die den Menschen nahe sein wolle, könne sich nicht verschließen, sagte Kopp. Im Umgang miteinander, erwarte die Kirche von den Medien aber auch “Fairness“.
Die Vereinigung vergibt ihren Preis an Menschen oder Organisationen, die sich weigern, Journalisten Auskünfte zu erteilen. In früheren Jahren waren der Lebensmittelkonzern Aldi und in der Finanzkrise 2009 der Bundesverband Deutscher Banken Preisträger.
dpa
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