010.06.09|Welt|5 Kommentare
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift a / A
Berlin -

© dpa
Künftig soll in Berlin das Los entscheiden, welche Schüler aufs Gymnasium dürfen.
Mehr “Chancengerechtigkeit“ soll das bringen, eine bundesweit einmalige Lösung, wie die Bildungsverwaltung nicht ohne Stolz betont. “Schüler-
Doch der rot-
Nach langer hitziger Debatte ist damit auch klar: Per Los können es auch schlechte Grundschüler aufs Gymnasium schaffen - und haben sie ein Probejahr überstanden, müssen sie es gegen den eigenen Willen nicht mehr verlassen. Es kam viel zusammen bei diesem Kompromiss: ehrgeizige Bildungsziele, gesellschaftspolitische Idealvorstellungen und ein Senator, der seine Pläne vorstellt, bevor er sich seiner eigenen Leute sicher sein kann.
Das Los ist Teil einer großen Reform, mit der der Senat gegen die Defizite der Hauptstadt-
“Wir werden als erste das System der Zweigliedrigkeit einführen können“, sagt Bildungssenator Jürgen Zöllner ( SPD ) selbstbewusst und hofft, Hamburg und Schleswig-
Gymnasium und Sekundarschule sollen denn auch “völlig gleichwertig“ sein, wie Zöllner betont. Damit kommt er der Linken entgegen, die am liebsten nur eine Schule für alle gehabt hätte. “Wir wollen den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft trennen“, sagt ihr Bildungspolitiker Steffen Zillich. Denn nirgendwo in Deutschland ist dieser Zusammenhang laut Studien so stark wie in der Hauptstadt.
So kam das Los ins Spiel: Eigentlich entscheiden in Berlin die Eltern, auf welche weiterführende Schule ihr Kind nach der sechsten Klasse geht. Auch eine Grundschulempfehlung gibt es nicht. Weil die Linke aber auf vielen Gymnasien zu viele behütete Akademiker-
Wenn das neue Prinzip Glück im Berliner Schulsystem in Zukunft nicht jeden glücklich machen sollte - einer freut sich schon: Andreas Wegener, der Landesvorsitzende des Verbands Deutscher Privatschulen. “Jede Verunsicherung in der Bevölkerung führt dazu, dass sich die Leute über Schulen privater Träger Gedanken machen.“ Jedes Jahr öffneten fünf bis acht neue Privatschulen in der Hauptstadt, und die Gründer seien meist unzufriedene Eltern.
Von Burkhard Fraune, dpa