Studie der Barmer-GEK ergibt: Dem Arzt bleiben pro Patient im Durchschnitt nur acht Minunten

Ärzte unter Druck: Nur acht Minuten pro Patient

019.01.10|Welt|
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Berlin - Gesundheit im Hau-Ruck-Verfahren: Gerade mal acht Minuten bleiben im Durchschnitt jedem Arzt pro Patient. Dies ergab eine neue Studie der Groß-Kasse Barmer-GEK hevor.

© dpa

Keine Zeit zu verlieren: Laut einer neuen Studie hat jeder Arzt pro Patient gerade mal acht Minuten zur Verfügung.

Die Zahl der Arztbesuche in Deutschland hat einen neuen Rekord erreicht. Jeder Krankenversicherte geht im Schnitt 18 Mal im Jahr zum Arzt. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung der neuen Groß-Kasse Barmer GEK hervor. Danach behandeln die Ärzte statistisch gesehen 45 Patienten pro Tag, so dass gerade einmal acht Minuten Zeit für jeden Besucher bleibt.

Die Barmer GEK werteten die Zahlen als Indiz für ein starkes Gesundheitswesen, in dem die ambulante Versorgung aber besser gesteuert werden müsse. Ein Teil der Arztbesuche lasse auf Drehtüreffekte und Doppeluntersuchungen schließen, sagte der stellvertretende Vorstandschef der Kasse, Rolf-Ulrich Schlenker. Ließen sich die Ärzte bei den einzelnen Patienten mehr Zeit, wären sicherlich etliche Folgetermine überflüssig.

Die Barmer GEK hatte für die Untersuchung die ambulanten Daten von 1,7 Millionen Versicherten der ehemaligen Gmünder Ersatzkassen (GEK) aus den Jahren 2004 bis 2008 ausgewertet und auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Daraus ergibt sich nach Angaben des Studienleiters Thomas Grobe, dass im Lauf eines Jahres fast jeder zum Arzt geht. So suchten 92,9 Prozent der Bundesbürger 2008 mindestens einmal ärztlichen Rat.

Bei der Zahl der Arztbesuche handelt es sich allerdings nur um eine Hochrechnung. Die Krankenkasse räumte ein, dass mit der Einführung der Abrechnungspauschalen eine direkte Auszählung nicht mehr möglich sei. Fest stehe jedoch, dass die niedergelassenen Ärzte pro Versichertem im Schnitt 7,5 Behandlungsfälle (“Krankenscheine“) abgerechnet hätten. Wenn man berücksichtige, dass in den Vorjahren je Behandlungsfall 2,5 Arztkontakte registriert wurden, komme man auf 18,1 Arztbesuche, sagte Grobe. Das sei ein Anstieg um zwei bis drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

apn

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