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Stimmen zur Europawahl

Stimmen zur Europawahl

Lesen Sie hier erste Reaktionen der Parteien auf die Ergebnisse der Europawahl.

CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber hat nach der ersten Prognose der Europawahl von einem hervorragenden Ergebnis für die CSU gesprochen. Es sei der CSU gelungen, viel Vertrauen zurückzugewinnen, sagte Ferber am Sonntagabend in München. "Das gilt es jetzt bei der Bundestageswahl zu stabilisieren." In den nächsten Jahren werde die CSU mit einer starken Mannschaft bayerische Interessen in Europa vertreten.

Mit versteinerten Mienen haben die Sozialdemokraten bei ihrer Wahlparty in München die ersten Prognosen aufgenommen. "Ich verstehe es einfach nicht", sagte der Spitzenkandidat für die Europawahl, Wolfgang Kreissl-Dörfler. "Ich bin selbst etwas geplättet, das gebe ich zu." Die SPD habe ausreichend mobilisiert, auch die Themen seien richtig gewesen. Trotz des wahrscheinlich schlechtesten Abschneidens bei einer Europawahl wird die Bayern-SPD laut Kreissl-Dörfler wahrscheinlich künftig mit drei anstatt bisher zwei Abgeordneten im Europaparlament sitzen. Dazu reichten 20 Prozent bundesweit.

Der scheidende SPD-Landesvorsitzende Ludwig Stiegler hat sich nach der Europawahl geschockt von der Prognose für das Ergebnis der SPD in Bayern gezeigt. "Das ist ein schwerer Schlag in die Magengrube", sagte Stiegler am Sonntagabend in München. Die SPD habe offensichtlich Probleme gehabt, ihre Anhänger zu mobilisieren. "Ich kann es mir nicht erklären", sagte Stiegler.

Nach dem bundesweit eher dürftigen Ergebnis für die Freien Wähler (FW) bei der Europawahl hat sich der bayerische FW-Landeschef Hubert Aiwanger skeptisch über eine Beteiligung an der Bundestagswahl geäußert. In den nächsten Jahren müsse in den anderen Ländern massiv Aufbauarbeit geleistet werden, damit eventuell bei der Wahl 2013 eine erfolgsversprechende Kandidatur möglich sei, sagte er am Sonntag in München. "Wenn wir uns bei zwei Prozent bewegen, wird es eng für eine Bundestagskandidatur 2009 - ganz logisch", kommentierte er die ersten Prognosen. Das Ergebnis im Freistaat von deutlich mehr als fünf Prozent bewertete er allerdings optimistisch.

Die Spitzenkandidatin der Freien Wähler für das Europaparlament, Gabriele Pauli, hat sich zufrieden mit dem Ergebnis von laut Hochrechnung 6,6 Prozent in Bayern und rund 2 Prozent bundesweit geäußert. "Ich finde das Ergebnis sehr gut", sagte Pauli am Sonntagabend im Bayerischen Fernsehen. Für sie sei das Thema der Beteiligung an der Bundestagswahl im Herbst "noch nicht vom Tisch", sagte Pauli.

Die bayerische FDP rechnet sich nach ihrem Ergebnis bei der Europawahl gute Chancen für eine Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl aus. "Das ist ein weiteres Signal für eine schwarz-gelbe Mehrheit bei der Bundestagswahl im Herbst", sagte FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß am Sonntagabend in München. Die FDP legte bei der Wahl deutlich zu und wird laut einer Prognose des Bayerischen Rundfunks mit 8,5 Prozent voraussichtlich ihr bestes Ergebnis bei einer Europawahl in Bayern erzielen (2004: 4,2 Prozent).

Die bayerische FDP-Kandidatin für das Europaparlament, Nadja Hirsch, sieht im Ergebnis der Europawahl einen Beleg für einen Wandel in Bayern. "Es ist eine Bestätigung dafür, dass sich die Zeiten in Bayern geändert haben", sagte die 30-Jährige Münchner Stadträtin am Sonntagabend im Bayerischen Fernsehen.

dpa

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