Österreich: Radar für Deutsche funktioniert nicht

Österreich: Radar für Deutsche funktioniert nicht

122.12.09|Bayern|10 Kommentare
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Salzburg - Deutsche Autofahrer reagieren bisher relativ gelassen, wenn sie von einer österreichischen Radarbox von hinten geblitzt werden.

Im Gegensatz zu Deutschland, haftet in Österreich der Halter eines geblitzten Fahrzeugs. Daher ist dort auch eine Fotografie von hinten beweiskräftig.

Speziell auf der Tauernautobahn zwischen Salzburg und Golling halten sich viele nicht an das Tempolimit von 100 km/h. Darum hat die österreichische Autobahngesellschaft ASFINAG nun spezielle Radareinrichtungen entwickeln lassen, die die Autofahrer auf der Tauernautobahn auch von vorne ablichtet. Doch das System funktioniert noch immer nicht, “vor allem die Verbindung mit der Verkehrsbeeinflussung bekommen die Hersteller nicht in den Griff“, sagt eine ASFINAG-Sprecherin.

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Die Tauernautobahn bei Salzburg: Seit einem Jahr gibt es hier zwischen Salzburg und Golling eine flexible Verkehrsbeeinflussung. Dass heißt, übersteigen die Schadstoffe einen gewissen Wert, wird das Tempo von 130 auf 100 km/h reduziert. Das Problem ist aber, dass die stationären, alten Radarboxen in diesem Abschnitt nun nicht mehr eingesetzt werden können, da sie ja nicht wissen, welche Höchstgeschwindigkeit gerade gilt.

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“Die ASFINAG hat sich darum entschlossen, ein eigenes System zu entwickeln, das die Fahrzeuge nach der Radarbox auch von vorne filmt“, erklärt Anita Oberholzer von der österreichischen Autobahngesellschaft. Eine Anlage kostet rund eine Million Euro, eingebracht haben die beiden Anlagen zwischen Salzburg und Golling aber noch keinen Euro. “Die Herstellerfirma hat es noch nicht geschafft, die neue Radaranlage an die Verkehrsbeeinflussungsanlage zu koppeln.“ So steht die von österreichischen Medien liebevoll genannte “Piefke-Falle“ in Fahrtrichtung Villach kurz nach Salzburg Süd zwar bedrohlich da, liefert aber keinerlei Bilder.

Die neu entwickelte Radaranlage besteht aus drei Teilen. Die erste Videokamera filmt das Tempo auf dem Überkopfwegweiser. Der zeigt in der Regel 100 km/h an. Kurz nach dem Überkopfwegweiser wartet auf der rechten Seite die Radarbox, die die Geschwindigkeit misst, und wenige Meter danach filmt dann eine zweite Videokamera alle Fahrzeuge von vorne. Speziell diese zweite Kamera sollte gestochen scharfe Bilder vom Lenker machen, damit die Strafanzeige auch in Deutschland anerkannt wird.

Während die Polizei sauer ist und nach wie vor mit Laserpistolen und Zivilfahrzeugen auf Jagd nach Temposündern gehen muss, hofft die ASFINAG, dass die Anlage noch heuer in Betrieb gehen kann. Immerhin bekommt die Autobahngesellschaft 20 Prozent der kassierten Strafen, der Rest wandert in das Budgetsäckel des Landes Salzburg.

Dieter Rauchenzauner von der Salzburger Landesverkehrsabteilung verrät, dass es allerdings noch alte Radarboxen entlang der Autobahn gibt. “Diese Fotos werden dann händisch nachbearbeitet, das heißt abgestimmt, welches Tempolimit zum Zeitpunkt der Messung galt.“ Außerdem setzt die Polizei mobile Radargeräte in Zivilfahrzeugen und Laserpistolen ein, um Raser auf der Autobahn zu erwischen. “Wir zeigen generell jeden Autofahrer bei der Behörde an, der zu schnell unterwegs ist, also auch deutsche Autofahrer. Von den Behörden bekommen wir die Rückmeldung, dass schon eine hohe Zahl an deutschen Verkehrssündern in ihrem Heimatland verfolgt wird.“

Tempo 100 wird in der Regel an zwei Dritteln der Tageszeit zwischen Salzburg und Golling angezeigt, “im Großen und Ganzen wird das Tempolimit auch eingehalten“, sagt Rauchenzauner, “gröbere Ausreißer gibt es meistens nur von deutschen Autofahrern.“

Von Michael Hudelist

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