214.01.10|Bayern|58 Kommentare
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Innsbruck/Vent - Wütende Tierschützer haben ein Projekt gestoppt, bei dem Schweine zu Forschungszwecken lebendig begraben wurden. Die Wissenschaftler – auch in Bayern – hatten sich Erkenntnisse erhofft, die Menschenleben retten könnten.

© zoom-
Wissenschaftler Peter Paal (r.)
Bereits am Dienstag wurde der Tierversuch in Vent, einem kleinen Bergdorf auf 1900 Metern in der hintersten Ecke des Tiroler Ötztals, gestartet. Unterhalb eines Hangs haben die Wissenschaftler ein Zelt aufgebaut, dort lagern Untersuchungsinstrumente. Jeden Tag wurden ein paar Schweine ins Venter Feuerwehrhaus gekarrt – aus einem etwas entfernten Stall. In dem behelfsmäßigen Labor wartete dann schon der Forscher: mit der Narkose-
An dem Hang wurde eine Lawine simuliert, die Schweine vom Schnee begraben. Das eine Tier bekam eine größere Atemhöhle und überlebte länger, das andere eine kleinere. Es erstickte schneller. Die Wissenschaftler verfolgten den langsamen Tod über Minuten. Oder über Stunden, je nach Größe der Atemhöhle. Andere Schweine wurden nur bis zum Kopf im Schnee vergraben und erfroren. War das Tier tot, wurde es ausgebuddelt. Gewebeproben werden in einem US-
Federführend für dieses Projekt ist neben der Uniklinik Innsbruck das Institut für Alpine Notfallmedizin in Bozen (Südtirol). Mit dem Versuch wolle man Erkenntnisse über die Überlebenschancen von Opfern in Lawinen erlangen. Bayerische Wissenschaftler erwarten sich durchaus Vorteile von den Ergebnissen, sollte die Studie zu Ende geführt werden: „Wir wissen nicht allzuviel darüber“, sagt Stephan Prückner. Der leitende Notarzt der Uniklinik in München-
Herwig Grimm zeichnet ein anderes Szenario: „Wenn fünf Menschen verschüttet sind und nur drei eine reelle Überlebenschance haben – dann kann ich durch solches Wissen Menschenleben retten.“ Grimm ist Tierethiker am Institut Technik-
Tierschützer fragen sich trotzdem: „Gibt es denn heutzutage keine anderen Untersuchungsmethoden?“, kritisiert Tessy Lödermann vom bayerischen Tierschutzverein. Doch der Münchner Forscher Prückner sagt: „Wenn man möglichst realitätsnah testen will, braucht man Tierversuche.“
Von Carina Lechner