Sprung ins kalte Wasser: 1700 Teilnehmer beim Donauschwimmen

1700 Donauschwimmer springen ins eiskalte Wasser

030.01.10|Bayern|2 KommentareFacebook
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift a / A

Neuburg-Schrobenhausen - Knapp 1700 Teilnehmer wagten sich beim 41. Neuburger Donauschwimmen trotz klirrender Kälte und eisigem Wind in die Fluten.

donau

© dpa

Paddeln und Kraulen, bis einem warm wird - das ist das Motto der Donauschwimmer.

Geschützt durch einen Neoprenanzug treiben sie rund vier Kilometer flussabwärts durch die Neuburger Altstadt ­ bunte Fähnchen schwingend oder Boote mit Faschingsmotiven neben sich herziehend. Etwa 3000 Zuschauer - so schätzt die Polizei - feuern sie dabei an. Laut Organisatoren sind 233 Ortsgruppen von Wasserwacht und Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Feuerwehr oder Bundeswehr mit 1658 Teilnehmern an den Start gegangen, 415 von ihnen Frauen. Selbst aus Frankreich, Slowenien und Österreich reisten abgehärtete Schwimmer zu der traditionellen Faschingsveranstaltung.

In schwarzen Neoprenanzügen stehen die Wagemutigen am Donauufer vor der Staustufe Bittenbrunn. “Es ist schon irgendwie abgedreht, dass man bei dem Wetter ins kalte Wasser hüpft“, gesteht Ulrich Baumgartner (53) aus Langweid. Auf dem Kopf trägt er eine Narrenmütze mit gelben und grünen Zipfeln, an denen kleine Glocken bimmeln. Um den Hals einen wasserdichten Fotoapparat. Er ist seit über 20 Jahren jedes Jahr in Neuburg. Baumgartner sagt, man müsse als Mitglied der Wasserwacht schließlich gut trainiert sein. Ursprünglich sollten sich Rettungstaucher im Winter für den Ernstfall durch das Schwimmen in der Donau fit halten.

Alois Paulus (71) ist heute noch aktiver Taucher und war nach eigenen Angaben vor gut 40 Jahren Chef der Taucher in Neuburg. Er gilt als Schöpfer des Traditionsschwimmens. “Falls wir jemanden im Winter hätten bergen müssen, dann wären wir damals nicht vorbereitet gewesen“, sagt Paulus heute. Also schlug er bei einer Vorstandssitzung der Wasserwacht Neuburg Ende 1969 seinen Kollegen vor: “Wir schwimmen einfach die Donau runter.“

Lucia Holland (23) ist eine von 15 Eisschwimmern, die am Samstag rund 350 Meter durch den zwei Grad kalten Fluss geschwommen sind. Nur mit einem Bikini bekleidet, hat sie knapp fünf Minuten dazu gebraucht. Jetzt steht sie zitternd mit einer heißen Suppe in der Hand am Ufer. “Zwischendurch dachte ich, ich schaffe es nicht. Ich habe gemerkt, wie sich in mir alles immer mehr zuschnürt. Aber es ging.“ Ihr Freund ­Stephan Burmeister (28) habe sie gefragt, ob sie nicht mitschwimmen wolle. Er ist schon zum fünften Mal beim Donauschwimmen dabei. Burmeister sagt: “Es kostet schon ein wenig Überwindung, aber man soll ja nicht altern.“ Dafür sei so ein Schwimmen die beste Methode.

dpa

zurück zur Übersicht: Bayern

Schliessen

Artikel empfehlen!

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fotostrecken aus Bayern

Bayern|0

Doppelmord in Rosenheim: Polizei sucht Täter

Doppelmord in Rosenheim: Polizei sucht Täter

Bayern|0

Im August: Schnee-Gestöber auf der Zugspitze

Im August: Zugspitze zugeschneit

Bayern|9

Burghausen: Trauer am Unglücksort um getötete Feuerwehrfrau

Trauer am Unglücksort um getötete Feuerwehrfrau

48.7315718,11.1766375

Top Artikel aus Bayern:

  • Meist gelesene Artikel
  • Meist kommentiert
Sebastian Frankenberger ist der Initiator des absoluten Rauchverbots
Frankenberger fliegt aus dem Festzelt!

Waldkirchen - Sebastian Frankenberger, der Initiator des absoluten Rauchverbots, ist beim Waldkirchner Volksfest in der Nähe von Passau aus dem Bierzelt geworfen worden.Mehr...

Hochwasser-Alarm: Würm ist über die Ufer getreten

München/Starnberg - Dauerregen und kein Ende: Straßen, Keller und Firmengebäude stehen unter Wasser. Am Starnberger See und der Würm bleibt die Lage kritisch. Im Allgäu musste ein Zeltlager geräumt werden.Mehr...

Sebastian Frankenberger ist der Initiator des absoluten Rauchverbots
Frankenberger fliegt aus dem Festzelt!

Waldkirchen - Sebastian Frankenberger, der Initiator des absoluten Rauchverbots, ist beim Waldkirchner Volksfest in der Nähe von Passau aus dem Bierzelt geworfen worden.Mehr...

Frankenberger: Jetzt rücken ihm die Stalker auf die Pelle

München - Die fanatischen Frankenberger-Hasser haben sich eine neue Arbeitsweise einfallen lassen, wie sie den Vorkämpfer in Sachen Nichtraucherschutz ärgern können.Mehr...

Weitere Artikel aus Bayern:

Warnung vor radioaktiv verseuchten Pilzen
Warnung vor radioaktiv verseuchten Pilzen

München - Das Umweltinstitut München hat bei einer Stichprobe im Münchner Handel erneut radioaktiv belastete Pilze entdeckt.Mehr...

Stadt Bamberg hilft verunglücktem Franken in Thailand
Stadt Bamberg hilft verunglücktem Franken in Thailand

Bamberg - Ein Spendenkonto soll die Rückkehr eines seit Monaten in einem thailändischen Krankenhaus liegenden Bambergers ermöglichen.Mehr...

Aktuelle Videos

AktuellesSportCommunityFreizeitServiceAnzeigenAbo

Artikel lizenziert durch © tz-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.tz-online.de