Jugend forscht: Strahlen von Handy töten Hodenzellen

"Jugend forscht": Handystrahlen töten Hodenzellen

016.04.10|Bayern|7 Kommentare
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München - Männer, aufgepasst: Handystrahlen töten Hodenzellen. Das haben die beiden Zwillingsschwestern Tamara und Rebekka Buck herausgefunden.

© dpa

Die Zwillinge Rebekka (l) und Tamara (r) Buck halten zwei Fläschen mit einer Nährlösung und ein Handy in den Händen.

Mit ihrer Forschungsarbeit gehören die 20 Jahre alten Medizin-Studentinnen zu den Gewinnern des bayerischen Landeswettbewerbes “Jugend forscht“. “Wir wollen da jetzt noch nicht Alarm schlagen“, betonte Tamara Buck am Freitag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in München. “Wir haben eine leichte Tendenz festgestellt, dass die Zellen bei Handy-Strahlung vermehrt absterben, aber das ist noch nicht signifikant.“

Seehofer zeichnet Arbeiten aus

Die Arbeit der eineiigen Zwillingsschwestern ist eine von zwölf Forschungsarbeiten, die Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Montag in München auszeichnen will. Insgesamt werden 23 junge Leute im Alter zwischen 16 und 20 Jahren für ihren erfolgreichen Forschungsdrang geehrt. “Unsere Preisträgerinnen und Preisträger sind leuchtende Beispiele für Forscherneugier, aber auch für Eigeninitiative und Durchhaltevermögen“, sagte Seehofer nach Angaben der Staatskanzlei.

Neben den Schwestern Buck erhält auch der 19 Jahre alte Lukas Kerner für seine wissenschaftliche Arbeit zum Thema “Kräuter- und Gewürzbiere“ einen Preis. Seine Idee entstand, weil immer mehr Großbrauereien in den vergangenen Jahren Bier-Mischgetränke mit künstlichen Aromastoffen auf den Markt brachten. “Ich möchte mit meiner Arbeit zeigen, dass Biere auch mit natürlichen Mitteln im Geschmack positiv verändert werden können.“ Das probierte der Gymnasiast in der heimischen Küche aus - mit Erfolg.

Alltagsbeobachtungen gaben auch bei Tamara und Rebekka Buck den Anstoß zu ihrer Forschungsidee. Dass Handy-Strahlen Auswirkungen auf den Kopf haben, sei ja bekannt - aber auch andere Körperteile könnten möglicherweise betroffen sein, so ihre Idee. “Wir haben festgestellt, dass immer mehr Leute in unserer Umgebung ihr Handy in der Hosentasche tragen. Und da sind die Hoden nun mal in der Nähe“, sagte Tamara, die an der LMU München Medizin studiert und gerade in ihr zweites Semester gestartet ist.

Um an das Material für ihre Versuche zu kommen, nahmen die beiden Schwestern, die aus Baden-Württemberg stammen, Kontakt zur Uni Tübingen auf. “Die haben so ein paar Geschlechtsumwandlungen im Jahr und da fällt schon einmal etwas an.“ Für den Bundeswettbewerb, zu dem die beiden jetzt antreten werden, wollen sie weitere Versuchsreichen durchführen. “Wir interessieren uns vor allem für die Langzeitwirkungen. Ein Bub bekommt mit 14 sein Handy - was passiert in zehn oder 20 Jahren mit ihm?“

Tamara und Rebekka Buck werden in der Kategorie “Biologie“ ausgezeichnet, gemeinsam mit zwei jungen Leuten, die sich Gedanken gemacht haben über Storchschnabelgewächse als Heilmittel. Im Bereich “Mathematik/Informatik“ gewinnt eine minutengenaue Sonnenuhr einen Preis, in der “Technik“-Kategorie eine Meerwasserentsalzungsanlage. Preisgekrönt ist auch die Idee des 19 Jahre alten Robert Schaller aus Hof, der mit Hilfe der Physik GPS-Systeme genauer machen will.

dpa

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