München - In den Alpen schneit es unaufhörlich. Es herrscht Schneechaos, die Lawinengefahr ist groß. Ein Überblick über das Schnee-Wochenende.

© dapd
Kampf den Schneemassen: Wer in Österreich (hier in Fiss) Auto fahren wollte, der musste erst zur Schaufel greifen
Von der Außenwelt abgeschnitten:Tausende Winterurlauber sind am Wochenende in mehreren Skiorten in Österreich und der Schweiz zeitweise festgesessen. Nach heftigen Schneefällen waren wichtige Verkehrsrouten am Samstag, dem traditionellen Abreisetag, wegen akuter Lawinengefahr vorübergehend gesperrt. Als die Straßen wieder freigeschaufelt waren, gab es auf wichtigen Rückreiserouten nach Deutschland Staus. Schon am Sonntag schneite es in den Alpen wieder stark, bekannte Skiorte waren erneut von der Außenwelt abgeschnitten. In Österreich waren die beliebten Skigebiete Ischgl und Galtür erneut nicht zu erreichen. „Für den heutigen Tag bleiben die Straßen voraussichtlich geschlossen“, sagte eine Mitarbeiterin des Tourismusbüros am Sonntag. In den Skiorten Lech, Zürs, Stuben, Warth und Gargellen waren am Freitag etwa 15 000
Menschen eingeschneit. Durch die Schneemassen kam es auch immer wieder zu Stromausfällen und Straßensperren wegen umgestürzter Bäume: 6000 Tiroler Haushalte waren Sonntagfrüh ohne Strom. In Tirol gab es im Bahnverkehr Probleme. Auch die Verbindung zwischen Reutte und Garmisch-Partenkirchen sollte bis Montag dicht bleiben.
Lawinengefahr: In Österreich sind am Wochenende zahlreiche Lawinen abgegangen. So wurden zwei Studenten von einem Schneebrett in der Axamer Lizum südwestlich von Innsbruck mitgerissen, konnten sich aber selbst befreien. Die Männer und eine Begleiterin wurden per Tau geborgen und ausgeflogen. Am Großglockner wurde ein 18-Jähriger verschüttet. Nach 20 Minuten orteten ihn die Bergretter und gruben ihn aus. Nach wie vor wird ein 15-Jähriger in der Axamer Lizum vermisst.
Auch in den bayerischen Alpen herrscht weiter hohe Lawinengefahr. Der Lawinenwarndienst Bayern meldete am Sonntag für die Werdenfelser Alpen oberhalb der Waldgrenze die zweithöchste Warnstufe vier. „Im übrigen bayerischen Alpenraum ist die Lawinengefahr oberhalb der Waldgrenze erheblich, unterhalb der Waldgrenze herrscht allgemein mäßige Lawinengefahr“, teilte der Warndienst im Internet mit. Hangnahe Straßen und Wege könnten durch Lawinen verschüttet werden. Der Deutsche Wetterdienst warnte am Sonntagmittag weiter vor starkem Schneefall in den Alpen – es könnten zwischen 30 und 50 Zentimeter dazukommen. Der Schneefall sollte in den Alpen bis Montagmittag anhalten. Zudem könne es zu Unwettern mit Sturmböen auf den Gipfeln und zu Schneeverwehungen kommen.
Aus Hütte ausgeflogen: Wegen akuter Lawinengefahr ist die Jugendgruppe der Alpenvereinssektion Lindau am Bodensee am Samstag mit einem Hubschrauber von der Lindauer Hütte im österreichischen Vorarlberg ausgeflogen worden. Die 52 Bayern, die Ausbildungen im Skitourengehen, Snowboarden und Schneeschuhwandern absolvierten, hatten zwei Tage auf der Hütte festgesessen, weil die Talabfahrt wegen Lawinenwarnstufe vier gesperrt war.
Ein Helikopter des österreichischen Bundesheeres brachte sie in Sicherheit. Auch ein sieben Monate altes Baby war mit auf der Hütte. 30 Jahre ist es her, dass zuletzt Sportler wegen Lawinengefahr ausgeflogen werden mussten, sagte Hüttenwirt Thomas Beck. Er hatte alles im Griff: „Wir hatten genug zu essen, und die Stimmung war hervorragend.“
Snow-Kiter verletzt: Ein Snow-Kiter ist bei Buchenberg (Landkreis Oberallgäu) von einer Böe erfasst und dabei vier Meter in die Höhe gerissen worden. Bei seinem umgebremsten Sturz auf den Boden verletzte sich der 37-jährige Urlauber schwer. Er erlitt er einen Oberschenkel- und Beckenbruch sowie vermutliche eine Wirbelsäulenverletzung.
gut/kg/dpa
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