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Große Irrtümer beim Laufen und Joggen

Die 10 größten Lauf-Irrtümer!

Manche Mythen rund ums Thema Laufen halten sich hartnäckig. „Ich dachte immer, nur schnelles Laufen bringt was“, verrät etwa tz-Läuferin Sylvia Nejedl (37). Falsch!

© dpa

Die tz räumt auf mit den Halbwahrheiten. Das sind die zehn größten Laufirrtümer (aus: 300 Fragen zum Laufen von Dr. med. Tomas Buchhorn und Nina Winkler, Gräfe und Unzer Verlag München, 256 S., 9,90 €).

1) Laufschuhe müssen bestmöglich dämpfen.

Falsch! Die Dämpfung des Schuhs sollte auf das Gewicht des Läufers und den bevorzugten Laufuntergrund abgestimmt sein und umso stabiler sein, je schneller der Läufer ist und je mehr er wiegt. Viel hilft nicht immer viel.

2) Mit Pulsuhr trainiert man automatisch richtig.

Irrtum! Hier kommt es darauf an,wie lange man schon läuft und welches Ziel man verfolgt. Das Gerät hilft, das Körperbewusstsein zu schärfen. Doch es orientiert sich oft an einem Maximalpulswert, der nach der Formel „220 minus Lebensalter“ errechnet wird. Der Maximalpuls hängt aber auch von anderen Faktoren wie Trainingszustand, Ernährung und Physiologie ab.

3) Wer hart trainiert, hat den größten Erfolg.

Gerade ehrgeizige Wettkampfläufer sind oft der Meinung, mit hochgesteckten Zielen und harten Trainingseinheiten den besten Erfolg zu erzielen. Das stimmt nicht! Nur wer das Training geschickt plant, läuft seinem persönlichen Ziel entgegen. Dazu gehören auch Pausen.

4) Wer abends nach dem Training etwas isst, macht den ganzen Effekt zunichte.

Quatsch! Man nimmt zu, wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt, als man verbraucht. Dabei ist völlig egal, wann man isst.

5) Laufen mit Gewichten steigert die Leistung.

 Tatsächlich verbrauchen Läufer mehr Energie, wenn sie mit Gewichten trainieren. Allerdings bedeutet das zusätzliche Gewicht auch eine größere Belastung für die Gelenke und sollte nicht mehr als ein bis zwei Kilo betragen.

6) Die Fettverbrennung startet erst nach 30 Minuten.

Dies ist einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer über den Ausdauersport. Die Fettverbrennung wird nämlich von der ersten Minute an angekurbelt– vorausgesetzt, man joggt nur langsam. Zum Abnehmen das beste Rezept sind daher langsame Läufe bis zu 40 Minuten.

7) Wer morgens läuft, verbrennt am meisten Fett.

Das Laufen auf nüchternen Magen wird immer wieder als Wunderwaffe gegen unerwünschte Pfunde angepriesen. Doch man verbrennt nicht automatisch mehr Fett, wenn man gleich nach dem Aufstehen die Laufschuhe schnürt. Stattdessen besteht die Gefahr, dass der Blutzuckerspiegel in den Keller geht. Deshalb: lieber erst frühstücken!

8) Mit Energy-Drinks tankt man Energie.

Viele Energy-Drinks bestehen hauptsächlich aus Zucker. Der verzögert jedoch die Entleerung des Magens und entzieht dem Körper Flüssigkeit. Die restlichen Inhaltsstoffe sollen den Stoffwechsel anheizen – den Zweck erfüllt Wasser aber genauso.

9) Wer Bluthochdruck hat, darf nicht laufen.

Falsch! Gerade für Menschen mit leicht erhöhtem Blutdruck ist Laufen zu empfehlen.

10) Laufen trainiert den ganzen Körper.

In der Tat ist Laufen gesund, weil dabei fünf Sechstel der gesamten Körpermuskulatur trainiert werden. Damit auch das restliche Sechstel trainiert wird, ist aber eine Kombination aus mehreren Sportarten sinnvoll.

CHRISTINA SCHMELZER

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