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Abstimmen! Was ist das beliebteste bairische Schimpfwort?

Abstimmen! Was ist das beliebteste bairische Schimpfwort?

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© Jens Schierenbeck/dpa/gms

Wir suchen das beliebteste Schimpfwort

Was ist das beliebteste bairische Schimpfwort?

Das Voting ist beendet. Es wurde wie folgt abgestimmt:

(6.8)%Luada

(14.5)%Mistviech

(3.7)%Aff, gselchta

(17.2)%Hundskrippe

(15.8)%Dreckhamme

(3.8)%Zammazupfde Henna

(11.8)%Gschwoischädel

(20.5)%Gschaftlhuaba

(3.9)%Spinatwachtl

(2.0)%Heigeign

Bis Freitag, 20. August, dürfen Sie entscheiden, was oder wer Ihnen am besten gefällt. Was macht unsere Stadt zu dem, was sie ist? Wer sind Münchens Beste? Wir stellen Ihnen täglich aus einem bestimmten Bereich zehn Alternativen zur Wahl. Erstellen Sie Ihre eigene Rangliste, Ihre Top Ten!
Heute geht es um die Frage: Was ist das beliebteste bairische Schimpfwort? Mit welchem Ausdruck machen Sie Ihrem Ärger am liebsten Luft? Hier stellen wir Ihnen zehn Schimpfwörter vor, die echte Münchner im Repertoire haben sollten.
Hier können Sie online abstimmen. Jeden Tag kommt eine neue Kategorie dazu, die Abstimmungen laufen alle bis zum Finale! Das Endergebnis aller Abstimmungen lesen Sie in der tz-Ausgabe vom 21./22. August.

Luada

„Das Luder“ sagen heute noch Jäger zu einem Tierkadaver, der als Köder verwendet wird. Früher bezeichnete man mit „Luder“ auch eine Schlemmerei oder einen lockeren Lebenswandel (siehe Luderleben, mit jemandem Schindluder treiben). Bereits ab dem Mittelalter wandelt sich das Wort zum derben Schimpfwort für einen liederlichen, durchtriebenen Menschen (meist eine Frau), je nach Situation kann es auch mehr scherzhaft, mitleidig oder gar zärtlich gemeint sein („So a arms Luada“, „Mei herzis Luadal“).

Mistviech:

„Du Mistviech!“ – so wird ein niederträchtiger, bösartiger Mensch beschimpft.

Aff, gselchta:

„Aff(e)“ sagt man nicht nur im Bairischen zu einem dummen, blöden Menschen, dort unterstreicht man seine Auffassung aber gerne noch mit nachgestellten Zusätzen wie „Aff, bleda“, „du Aff, du deppata“ oder „Aff, gselchta“. „Selchen“ ist ein bairisches Wort für räuchern bzw. durch Rauch haltbar machen, der „gselchte Aff“ ist also ein Mensch, der besonders hartnäckig an seiner Dummheit festhält.

Hundskrippe:

Ein „Hundskrippe“ ist im Bairischen ein frecher, ungezogener Bub. Dahinter verbirgt sich das Wort „Krüppel“, Gehbehinderter, das eigentlich aus dem Niederdeutschen stammt. Verwandt sind damit auch ursprünglich bairische Wörter wie „Kropf“ oder „sich krüpfen“, gekrümmt gehen. Wie bei vielen anderen Schimpfwörtern wird auch hier die Bedeutung mit dem Zusatz „Hunds-“ verstärkt.

Dreckhamme:

„Du Dreckhamme“, so beschimpft man in Bayern nicht nur einen schmutzigen, sondern auch einen unmoralischen, ungebildeten oder gar hinterhältigen Mann. Wie so oft wird auch hier eine Tierbezeichnung, wie in diesem Fall „Hammel“, als Schimpfwort gebraucht, verstärkt durch den abwertenden Zusatz „Dreck-“ oder „Drecks-“.

Zammazupfde Henna:

Auch hier holt sich der Bayer seinen Schimpfwortschatz wieder aus der Tierwelt: Als „Henna“ werden gerne dumme, ungeschickte Frauen bezeichnet. Als „zammazupfd“ gelten sie dann, wenn sie entweder auffällig bzw. schäbig gekleidet sind, sich also ihr Gewand offenbar „zusammen­gezupft“ haben. Oder wenn sie besonders raffiniert handeln, sich also ihre Taktik genau überlegt und zusammengesucht haben.

Gschwoischädel:

Nicht nur ein Mann mit einem großen, aufgedunsenen (geschwollenen) Kopf wird in Bayern so genannt, sondern auch ein grober Mann, ein Sturschädel oder auch ein Wichtigtuer.

Gschaftlhuaba:

Mit einem „Gschaftlhuaba“ meint man im ­Bairischen einen Mann, der besonders geschäftig (gschaftlig) ist, sich überall einmischt und für ­besonders wichtig nimmt. Wie bei vielen anderen Schimpfwörtern wird hier ein Personenname ­(-huber) mit einem weiteren Wort kombiniert, z.B. Schmarrabene (zu ­Benedikt), Batznlippi (zu ­Philipp), Ratschwabm (zu Barbara), Gscheidmeier.

Spinatwachtl:

So nennt man abfällig eine ältere, dicke, auffällig gekleidete Frau. Auch „Wachtel“ allein ist ähnlich wie „Henna“ ein Schimpfwort für eine dumme Frau, hier scherzhaft verstärkt durch den Zusatz „Spinat-“.

Heigeign:

Als „Heugeige“ gilt in Bayern eine große, dürre Frau. Ursprünglich ­bezeichnet man damit ein Stangen­gestell zum Heutrocknen oder auch die lange Stange (auch „Wiesbaum“ genannt), mit der das Heu auf ­einem hoch aufgeladenen Wagen niedergedrückt wird. Mancherorts nennt man die Heus­chrecke so.

Quelle: Bayerisches Wörterbuch der Kommission für Mundartforschung.

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