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© Jens Schierenbeck/dpa/gms
Wir suchen das beliebteste Schimpfwort
„Das Luder“ sagen heute noch Jäger zu einem Tierkadaver, der als Köder verwendet wird. Früher bezeichnete man mit „Luder“ auch eine Schlemmerei oder einen lockeren Lebenswandel (siehe Luderleben, mit jemandem Schindluder treiben). Bereits ab dem Mittelalter wandelt sich das Wort zum derben Schimpfwort für einen liederlichen, durchtriebenen Menschen (meist eine Frau), je nach Situation kann es auch mehr scherzhaft, mitleidig oder gar zärtlich gemeint sein („So a arms Luada“, „Mei herzis Luadal“).
„Du Mistviech!“ – so wird ein niederträchtiger, bösartiger Mensch beschimpft.
„Aff(e)“ sagt man nicht nur im Bairischen zu einem dummen, blöden Menschen, dort unterstreicht man seine Auffassung aber gerne noch mit nachgestellten Zusätzen wie „Aff, bleda“, „du Aff, du deppata“ oder „Aff, gselchta“. „Selchen“ ist ein bairisches Wort für räuchern bzw. durch Rauch haltbar machen, der „gselchte Aff“ ist also ein Mensch, der besonders hartnäckig an seiner Dummheit festhält.
„Du Dreckhamme“, so beschimpft man in Bayern nicht nur einen schmutzigen, sondern auch einen unmoralischen, ungebildeten oder gar hinterhältigen Mann. Wie so oft wird auch hier eine Tierbezeichnung, wie in diesem Fall „Hammel“, als Schimpfwort gebraucht, verstärkt durch den abwertenden Zusatz „Dreck-“ oder „Drecks-“.
Auch hier holt sich der Bayer seinen Schimpfwortschatz wieder aus der Tierwelt: Als „Henna“ werden gerne dumme, ungeschickte Frauen bezeichnet. Als „zammazupfd“ gelten sie dann, wenn sie entweder auffällig bzw. schäbig gekleidet sind, sich also ihr Gewand offenbar „zusammengezupft“ haben. Oder wenn sie besonders raffiniert handeln, sich also ihre Taktik genau überlegt und zusammengesucht haben.
Nicht nur ein Mann mit einem großen, aufgedunsenen (geschwollenen) Kopf wird in Bayern so genannt, sondern auch ein grober Mann, ein Sturschädel oder auch ein Wichtigtuer.
Mit einem „Gschaftlhuaba“ meint man im Bairischen einen Mann, der besonders geschäftig (gschaftlig) ist, sich überall einmischt und für besonders wichtig nimmt. Wie bei vielen anderen Schimpfwörtern wird hier ein Personenname (-huber) mit einem weiteren Wort kombiniert, z.B. Schmarrabene (zu Benedikt), Batznlippi (zu Philipp), Ratschwabm (zu Barbara), Gscheidmeier.
So nennt man abfällig eine ältere, dicke, auffällig gekleidete Frau. Auch „Wachtel“ allein ist ähnlich wie „Henna“ ein Schimpfwort für eine dumme Frau, hier scherzhaft verstärkt durch den Zusatz „Spinat-“.
Als „Heugeige“ gilt in Bayern eine große, dürre Frau. Ursprünglich bezeichnet man damit ein Stangengestell zum Heutrocknen oder auch die lange Stange (auch „Wiesbaum“ genannt), mit der das Heu auf einem hoch aufgeladenen Wagen niedergedrückt wird. Mancherorts nennt man die Heuschrecke so.
Quelle: Bayerisches Wörterbuch der Kommission für Mundartforschung.



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