Die modernste Zahnklinik der Welt

In der Goethestraße hat die neue Universitäts-Zahnklinik eröffnet

Die modernste Zahnklinik der Welt

3601.05.08|GesundheitFacebook
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Fünf Jahre wurde gebaut, 39 Millionen Euro hat sie gekostet, doch jetzt ist sie endlich fertig.

Die Universitäts-Zahnklinik in der Goethestraße begrüßt jetzt ihre Patienten.

© dpa

Die Universitäts-Zahnklinik in der Goethestraße begrüßt jetzt ihre Patienten.

Diese Woche eröffnete die neue Universitäts-Zahnklinik in der Goethestraße. Zahnarzt und Klinikdirektor Prof. Reinhard Hickel (53) ist richtig stolz: „Vor der großen Renovierung war das Gebäude ja fast schon eine Bruchbude. Doch jetzt hat München nicht nur die größte Zahnklinik Deutschlands, sondern gleichzeitig die modernste der ganzen Welt.“

Auf 130 funkelnagelneuen Behandlungs-Plätzen können Zahnschmerz-Patienten mit neuesten High-Tech-Geräten versorgt werden. Doch leider nur tagsüber. Nachts bleibt die modernste Zahnklinik der Welt auch für Notfälle und Schmerzpatienten geschlossen. „Das ist tatsächlich ein noch nicht gelöstes Problem“, gibt Prof. Hickel zu. „Es liegt daran, dass Nacht- und Wochenenddienste bei uns von den Kassen nicht mehr bezahlt werden. Alle Verhandlungen, die wir geführt haben, brachten bisher keinen Erfolg.“

Der Grund: Für die zahnärztliche Notfallversorgung ist die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayern (KZB) zuständig. Sie verteilt die Krankenkassen-Gelder für alle Zahnbehandlungen. Die KZB hält es für ausreichend, wenn in München eine Zahnarztpraxis als Notdienst abends bis 23 Uhr geöffnet hat.

Prof. Hickel will jedoch weiter für einen besseren Notdienst kämpfen. Bis es soweit ist, genießen seine Patienten zumindest tagsüber von 8 bis 16.15 (mittwochs bis 17.15) Uhr alle Vorteile modernster Zahnmedizin. Jeder Zahnarzt-Stuhl ist mit der besten derzeit verfügbaren Technik ausgestattet: Laser-Diagnostik erkennt Karies selbst in den verborgensten Ecken. Mikroskope spüren feinste Wurzelkanäle auf. Computer fertigen maßgeschneiderte Kronen und Füllungen an. Eine Mini-Videokamera zeigt die kranken Zähne oder das entzündete Zahnfleisch hundertfach vergrößert auf einem Flachbild-Monitor: „So können wir die Patienten nicht nur optimal behandeln, sondern ihnen auch erklären, was wir genau tun“, sagt Prof. Hickel. „Die neuen Behandlungseinheiten sind einzigartig und wurden von der Industrie extra für unsere Klinik entwickelt. Sie stehen in dieser Form sonst noch nirgendwo.“

Die neue Röntgenanlage arbeitet mit modernster 3-D-Digitaltechnik. Sie erlaubt extrem präzise Aufnahmen, die eine besonders zuverlässige Therapieplanung ermöglichen. Gleichzeitig sind diese Aufnahmen wesentlich strahlungsärmer.

Ein weiterer großer Vorteil der Uni-Zahnklinik liegt in den geringen Behandlungskosten. Teilweise werden nicht einmal Zuzahlungen fällig. Gold- oder Keramik-Inlays sind mehr als 50 Prozent günstiger als bei niedergelassenen Zahnärzten. Andere Zahn- und Zahnfleisch-Behandlungen von ästhetischer Zahnmedizin bis hin zu Implantaten, kosten immer noch 30 bis 50 Prozent weniger. Dafür dauert die Behandlung länger. „Denn bei uns werden die Patienten von Zahnmedizin-Studenten versorgt“, so Prof. Hickel. 700 Zahnmedizin-Studenten bildet er pro Semester aus. Die Qualität der Behandlung ist deshalb jedoch nicht schlechter als beim Zahnarzt. Denn jede einzelne Behandlung ist für die Studenten wie eine Prüfung. Professoren, Oberärzte und Zahnmediziner mit langjähriger Erfahrung kontrollieren laufend alle Behandlungsschritte und stellen den angehenden Jung-Zahnärzten darüber eine Bestätigung aus. „Die erfahrenen Kollegen sind natürlich sofort zur Stelle, wenn ein Student nicht weiter weiß“, so Prof. Hickel. „Auf diese Hilfe kann ein frisch gebackener Zahnarzt in seiner ersten eigenen Praxis dann in der Regel nicht mehr zurückgreifen. Deshalb ist eine Behandlung in der Zahnklinik besonders sicher. Ich habe mir als Student übrigens selbst meine Zähne in der Klinik sanieren lassen.“

Michael Timm

Quelle: tz

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