München - Wenn bei Paaren im Bett nichts läuft und dann auch noch der Kumpel in der Kneipe von der heißen Blondine gestern nacht schwärmt, dann wünscht sich der liierte Mann, Single zu sein.

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Wenn bei Paaren im Bett nichts läuft, dann wünscht sich der liierte Mann oder die liierte Frau nicht selten, Single zu sein.
Das Sexleben der Singles hat etwas Mystisches, Verbotenes, Geheimnisvolles. Aber was ist da wirklich dran?
Single-Sex ist in jedem Fall eines: sehr vielfältig. „Moralisch gesehen gibt es kaum mehr Grenzen, die Übergänge zwischen Beziehung und Single-Dasen sind fließender als früher“, sagt Psychotherapeut Gerrit Grahl. „Viele sexuelle Beziehungen werden nicht mehr genau definiert.“ Freundschaft mit Sex, Sex mit dem Ex, Affäre oder lockere Beziehung – meist blicken die Beteiligten selbst nicht ganz durch, was für ein Status ihr Liebesleben gerade hat.
Sex und Gefühle werden immer häufiger getrennt, weil es bequemer ist. Frei einteilbar und zeitsparend. Sex als Konsumgut. Für selbstbewusste, glückliche Singles ein Paradies.
Wenn der Single aber seine Grenzen kennt und weiß, was ihm gut tut, hat er heutzutage ein recht leichtes Spiel. Ulrike Brandenburg sagt: „Menschen, die nicht klar gebunden sind, können oft auf ein erotisches Netzwerk zurückgreifen, vor allem mithilfe des Internets.“ Auch die Männer haben’s immer leichter: „Die Frauen sind in den vergangenen fünf bis zehn Jahren neugieriger geworden und geben ihren Bedürfnissen auch nach.“ Psychotherapeut Grahl: „Vor allem Frauen, die frisch getrennt sind, sind sehr offen, weil sie Selbstbestätigung suchen.“ Und aktiver, denn sie holen sich genauso wie Männer, was sie in der Beziehung nicht bekommen haben. Die tz hat die beliebtesten Sexformen der Singles genauer unter die Lupe genommen:
Sex mit dem Ex:
Der Sex mit dem Ex ist meist noch prickelnder als er während der Beziehung war. „Distanz erzeugt sexuelle Spannung. Das beweisen Untersuchungen, nach denen die sexuell zufriedensten Menschen die sind, die einen Partner haben, aber nicht zusammen wohnen“, so Brandenburg. „Das ist vergleichbar mit dem Sex nach einem Streit: Unterschwellige Aggressionen und Distanz können Lustempfinden steigern.“
Der Sex mit dem Ex ist wohl so verlockend, dass die Vernunft beiseite geschoben wird. Denn von den Befragten glauben wiederum 34 Prozent nicht daran, dass eine Freundschaft mit dem Ex möglich ist. Denn einer fühlt meistens noch mehr als der andere. Und spätestens wenn der eine dann einen neuen Partner hat, wird’s richtig kompliziert …
One-Night-Stand:
Fast jeder Zweite zwischen 25 und 34 Jahren und sogar 64 Prozent der 35- bis 44-Jährigen hatten schon mal Sex für eine Nacht mit einem (Un)-Bekannten, das besagt eine Studie des Kondomherstellers Durex. Der One-Night-Stand hat seinen Reiz: „Er ist die anonymste Inszenierung“, so Sexualwissenschaftlerin Brandenburg. Auch deshalb ist er die zügelloseste Form: „Weil man sich vermutlich nicht mehr wiedersieht, erlaubt diese Form mehr Kontrolllosigkeit. In der Regel gibt es hier weniger Hemmungen. Die Unsicherheit, dass man dem anderen nicht gefallen könnte, ist geringer.“
Das Problem: Weil der anonyme Sex egoistisch ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass entweder einer leer ausgeht oder einfach gar nichts läuft, weil die Vorlieben zu unterschiedlich sind. Dass viele den One-Night-Stand nur nutzen, um Nähe und Zärtlichkeit zu bekommen, steht auf einem anderen Blatt. Vom Morgen danach ganz zu schweigen.
Affäre:
Wenn ein One-Night-Stand gut läuft, dann wird daraus schnell eine Affäre. Oder aber wenn der andere Partner vergeben ist und eine öffentliche Beziehung daher nicht möglich ist. Zwar kann der Sex durchaus befriedigend sein. Und auch gegenüber One-Night-Stands gibt es Vorteile: Der eine muss sich auf den anderen einstellen und Vertrauen kommt hinzu. Je nachdem wie gut sich das Team einspielt, bleibt es bei einer Kurzzeit-Affäre oder es wird eine eheähnliche Verbindung ohne Alltagsprobleme, weil sie nur nachts stattfindet. Trotzdem kam der durchschnittliche deutsche Single laut einer Studie von Parship.de im vergangenen Jahr auf nur knapp eine Affäre. Besser so, sagt Psychotherapeut Grahl: „Denn die Chance, sich unglücklich zu verlieben, ist hier besonders hoch.“
Quelle: tz



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