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Nach dem Fall Assauer: Die wichtigsten Fakten über die Krankheit

Das unheimliche Alzheimer

Es war ein mutiges Bekenntnis, und es schockte Deutschland: Rudi Assauer ist an Alzheimer erkrankt! Er, der ehemalige Fußballmanager (Schalke 04), der Macher – mit nur 67 Jahren hat ihn das schleichende Vergessen befallen. Er weiß, dass es unheilbar ist…

© dpa

Alzheimer-Patienten haben Eiweißablagerungen im Gehirn.

Alzheimer – das Leiden hat sich zur heimlichen Volkskrankheit der Älteren entwickelt. Mittlerweile leidet jeder Dritte über 80 Jahren an der Hirnkrankheit. In Deutschland sind es derzeit rund 1,5 Millionen Betroffene – ihre Zahl steigt rapide. Kein Wunder also, dass weltweit gut 25.000 Wissenschaftler jeden Tag an einer Heilung arbeiten. Einige der besten von ihnen – unter anderem Professor Christian Haass von der LMU und Professor Alexander Kurz von der TU – sitzen direkt in München. Nach dem Fall Assauer fragen sich nun viele: Wen genau trifft die Krankheit? Wie entsteht sie? Gibt es Medikamente dagegen? Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen zum Thema Alzheimer.

Wie entsteht Alzheimer im Gehirn? 

© dpaRudi Assauer ist an Alzheimer erkrankt

Bisher wissen die Forscher: Bei den Erkrankten kommt es zu Eiweißablagerungen im Gehirn. Diese werden über die Jahre größer (ein Grund, warum es fast ausschließlich ältere Menschen trifft). Die Verklumpungen drücken auf Nervenzellen und löschen diese regelrecht aus. Der Betroffene verliert ganze Bereiche seines Gehirns. Er verliert dadurch nicht nur Erinnerungen und Wissen, sondern verändert sich auch charakterlich: So werden viele Alzheimer-Patienten in bestimmten Phasen auch sehr aggressiv, müssen sich zudem ständig bewegen.

Wer ist besonders gefährdet?

Die größte Gruppe der Alzheimer-Kranken ist über 80 Jahre alt. Da durch unsere Altersentwicklung immer mehr Menschen dieses Alter erreichen, steigt auch die Zahl der Leidenden. Mehr lässt sich aber zu dieser Frage kaum sagen. Viele Forscher glauben auch, dass Alzheimer genetisch bedingt ist, somit also auch weitervererbt werden kann. Die Krankheit hat übrigens – wie eine US-Studie beweist – nichts mit der Gehirnaktivität während des Lebens zu tun.

Wie viele Münchner leiden unter Alzheimer?

Von den gut 25.000 Pflegebedürftigen in unserer Stadt kämpfen 15.000 mit der Gehirnerkrankung.

Wie verläuft die Krankeit, was sind die Symptome?

Wichtig: Vergesslich ist im Alter jeder, das muss nicht Alzheimer sein. Ein wirklich Erkrankter leidet zuerst an regelrechten „Erinnerungslöchern“. Das heißt beispielsweise, er kann sich vor dem Supermarkt nicht mehr erinnern, wie er wieder nach Hause kommt. Oder er steht vor der Haustür, den Schlüssel in der Hand, weiß aber nicht mehr, was er damit tun muss, um ins Innere zu kommen. Später vergessen die Patienten dann gar, wer ihre Angehörigen sind. Im Endstadium können sie nicht mal mehr gehen, sprechen oder essen. Die Krankheit endet immer tödlich.

Gibt es eine Heilung? Ein Medikament?

Nein – leider nicht. Manche Forscher sind überzeugt, dass Gedächtnisübungen im Alter den Krankheitsverlauf etwas abbremsen können.

Warum findet die Medizin keine Lösung?

Weil besonders Hirnerkrankungen höchst komplex sind. So konnten die Forscher noch immer nicht herausfinden, was genau zu den Eiweißablagerungen im Gehirn führt. Neueste Studien gehen nun in die Richtung, dass es sich bei Alzheimer möglicherweise um eine Infektionskrankheit handelt; dass es also ansteckend sein könnte. Andere Experten glauben an genetische Ursachen.

Der Münchner Christian Haass will anhand von Zebrafischen (sie haben die gleiche Genstruktur wie wir Menschen) einen Impfstoff gegen die Eiweißablagerungen finden. Er ist sicher, dass seine Kinder ein Heilmittel gegen das Leiden haben werden.

Wo finden Betroffene Hilfe?

 Anlaufstellen sind unter anderem die Beratungstelle der Alzheimer Gesellschaft München, Telefon 089/47 51 85, die AWO-Beratungsstelle, Telefon 089/66 61 63 30, oder die Beratungsstelle der Inneren Mission, Telefon 089/15 91 35 20.

Armin Geier

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