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Die richtigen Kletterschuhe: Fitness bei Kälte und Schnee

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Fitness bei Kälte und Schnee

Es zwickt im Kreuz vom langen Sitzen im Büro? Dann ist es endlich an der Zeit etwas für den eigenen Körper zu tun! Eine spannendere Möglichkeit einen physischen und psychischen Ausgleich zu finden bietet das Klettern.

© Lars Schneider

Den essenziellsten Teil der Kletterausrüstung neben der Sicherungskette stellen die Schuhe zum Klettern dar.

© Lars Schneider

Die Kletterschuhe sollen unseren Körper dabei unterstützen seinen Weg nach oben zu bestreiten. Dabei kommt es vor allem auf zwei Dinge an: Reibungseigenschaften der Sohle und eine spezifische Form, welche die größtmögliche Kraftentwicklung der eigenen Füße an die Wand ermöglicht. Genau aus diesen Gründen haben alle Kletterschuhe eine Sohle ohne jeglichen Profil und eine nach vorne recht spitz zulaufende Form. Die spezifische Ausrichtung der Kletterschuhe ermöglicht es im steilen Gelände sicher zu steigen und Erfolgserlebnisse zu sammeln. Um dauerhaft Spaß beim Klettern zu haben, sollte man schon am Anfang in Kletterschuhe investieren.

Konstruktionsformen und Einsatzbereiche

Prinzipiell sind Kletterschuhe wie normale Straßen- oder Sportschuhe aufgebaut. Sie setzen sich aus einem Schaft, der entweder aus Leder oder Kunstfasern besteht, und einer Gummisohle ohne Profil zusammen. Zum Schutz der Schuhform und des Fußes am Fels haben alle Kletterschuhe einen Gummirand (Randgummi).

Ebenfalls unverzichtbar sind die festen Anziehschlaufen, um in die Kletterschuhe einsteigen zu können. Sowohl die Ferse als auch der Schaft im Zehenbereich sind meist mit Gummi versehen. Das sorgt für mehr Halt an der Wand, bei der Nutzung dieser Schuhteile. Kletterschuhe sind und bleiben Sportgeräte. Sie verstärken die Kraft unserer Zehen, beim Stehen auf Streichholzkopf großen Strukturen. Deshalb richtet sich die Form an den biomechanischen Anforderungen. Die anatomische Passform steht natürlich auch im Visier der Hersteller.

Nichts desto trotz stößt man gerade im Performance Bereich auf extreme (asymmetrische) Schuhformen und starke Bogenspannung im Mittelfußbereich (Vorspannung). Dies alles ist zur Optimierung der Kletterleistung notwendig. Um Kletterschuhe am Fuß zu fixieren benutzt man Schnürsysteme (Lace-Up´s), Kletterschuhe mit Klettverschluss (Velcro´s) und elastische Gummibänder (Slipper). Der Aufwand beim Schließen ist beim Schnürer am größten und beim Slipper theoretisch am niedrigsten. Entsprechend ist auch der Nutzen wenn es um den festen Sitz am Fuß geht.

© Mammut/Rainer Eder/Anna Stoer

Die Auswahl des Verschlusses ist wie auch die des Obermaterial´s (Leder vs. Kunststoff) Geschmackssache. Das Gleiche gilt auch für die Sohlen Härte und Flexibilität. Ein Kletterer mit starken Füßen benötigt in einer überhängenden Route einen weichen Schuh mit einer klebrigen Gummimischung, um mit der Zehen greifen zu können. Ein Kletterer mit weniger Erfahrung und/oder in einer geneigten Wand kletternd benötigt die Unterstützung der festen, steifen Sohle, um über längere Zeit die Kraft der Zehen nutzen zu können. Ein Anfänger mit nicht optimalen Tritttechnik ist also gut damit beraten, einen Kletterschuh mit einer steifen, härteren Sohle zu nutzen. Während ein Leistungsorientierter Kletterer, einen feinfühligen weicheren Schuh mit einer flexiblen Sohle bevorzugen würde.

Ein gesunder Kompromiss aus beiden beschriebenen Sohlenarten macht im Kletteralltag am meisten Sinn. Auch bei steiferen Sohlen sollte man die Sensibilität für den Tritt nicht außer Acht lassen und im Laden ruhig verschiedene Modelle ausprobieren. Die besandeten Hallenwände „fressen“ förmlich die Kletterschuhsohle. Es gibt also keinen Kletterschuh, der ewig hält. Eine härtere Gummimischung hält jedoch in der Regel länger als eine weichere.

Passform und Größe

Wie bei allen Schuhen ist das Finden eines passenden Modells und die Ermittlung der richtigen Größe bei den Kletterschuhen die größte Herausforderung. Denn der Schuh soll nicht nur mühelos und präzise die Last des Körpers über die Tritte bringen, sondern auch einigermaßen erträglich und nach Möglichkeit angenehm sitzen. Da die Leisten durchaus nach den vorherrschenden Fuß- und Zehntypen entwickelt werden, lohnt es sich durchaus seine eigenen Füße anzuschauen bevor man sich auf ein bestimmtes Modell stürzt. Bei der Suche nach einem gut passenden Kletterschuh, sollte man etwas Zeit mitnehmen und sich zu einem gut sortierten Händler begeben. Je mehr Auswahl ein Laden anbietet, desto größer ist die Wahrscheinlich dort einen für den eigenen Fuß passenden Kletterschuh zu finden. Ein professioneller Verkäufer wird zudem auf die Belange und Ziele bei eigenen Klettervorhaben eingehen.

Einen passenden Kletterschuh erkennt man ganz einfach. Man schlüpft rein, hört wie die Luft aus dem Schuh ausweicht und spürt anschließend einen gleichmäßigen, leichten Druck auf den gesamten Fuß. Es darf nicht an einer bestimmten Stelle (Hotspot) drücken oder Weh tun! Besonders kritisch zu betrachtende Stellen sind die Zehngelenke und die Achillessehne. Aufgestellte Zehen entfalten zwar mehr Kraft auf dem Tritt, werden aber bei aggressiven Schuhformen dem meisten Druck ausgesetzt. Eine Fütterung in diesen kritischen Bereichen verteilt den Druck besser und sorgt für mehr Komfort. Beginner sollten bei ihrem ersten Schuh solche extreme Zehnstellungen vermeiden und die Füße langsam an „leistungsorientiertere“ Modelle gewöhnen.

Bei der Wahl der Größe sollte man auf die Schmerzrezeptoren hören. Dabei sollte man eins nicht vergessen: Kletterschuhe sind keine Laufschuhe und werden direkt nach dem Klettern ausgezogen. Deshalb kann man sie ruhig knapp kaufen. Sind die Schmerzen beim Klettern zu groß, ist das ein klares Zeichen für eine zu kleine Größe. Man sollte also den Schuh im Laden idealerweise Probe klettern können.

Gerade bei problematischen Fußformen und/oder unterschiedlich großen Füßen empfiehlt sich Leder als Obermaterial. Dieses natürliche Material gibt dem Fuß nach und hat abgesehen davon ein besseres Klima. Kletterschuhe aus Kunstleder und anderen synthetischen Materialien (Lorica) sind deutlich formstabiler und lassen sich somit nur begrenzt an die eigene Morphologie anpassen.

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