105.06.08|Welt|1 Kommentar
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Ljubljana - Entwarnung nach dem EU-weiten Alarm wegen eines Zwischenfalls in einem slowenischen Atomkraftwerk.

© dpa
Der Zwischenfall ereignete sich in diesem Atomkraftwerk in Krsko (Slowenien).
Die zuständigen Behörden und auch Umweltschützer gingen am Donnerstag davon aus, dass durch ein Leck im Kühlkreislauf des Atommeilers Krsko im Südosten des Landes keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt ist. Der Schaden in dem aus Sicherheitsgründen heruntergefahrenen Kraftwerk werde voraussichtlich in wenigen Tagen behoben sein, sagte der slowenische Umweltminister Janez Pubonik in Luxemburg.
Die slowenische Atombehörde räumte Fehler bei der Alarmierung der EU ein. Die Behörde habe den Vorfall “vorschnell als sehr gefährlich eingestuft“, als sie am Vortag über das Frühwarnsystem Ecurie die anderen EU-Mitglieder informiert habe, sagte der Leiter des slowenischen Amtes für Atomschutz, Marjan Tkavc, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Ljubliana. Die Alarmierung hatte in anderen europäischen Staaten Ängste vor einem schweren Atomunfall ausgelöst.
Die slowenischen Behörden hatten außer der EU am Vortag auch die Internationale Atomenergiebehörde IAEA darüber informiert, dass Techniker gegen 15.00 Uhr Ortszeit in dem Reaktor an der Grenze zu Kroatien ein Leck entdeckt hatten. Diese hätten den Vorfall als “ungewöhnliches Ereignis“ eingestuft, was die niedrigste von vier Alarmstufen der slowenischen Atomsicherheitsbehörde sei. Daraufhin sei der Reaktor manuell heruntergefahren worden. Dieser Vorgang sei um 21.30 Uhr abgeschlossen worden.
Der Chef des slowenischen Atomschutzes Tkavc sprach im Zusammenhang mit der Benachrichtigung der EU von einer “vorschnellen Reaktion“ seiner Behörde. Es sei das erste Leck im primären Kühlkreislauf des Kraftwerks gewesen. “Deshalb schien die Besorgnis zunächst berechtigt“, sagte Tkavc. Später sei Ecurie “mündlich über die Entwarnung informiert“ worden.
Österreichs Umweltminister Josef Pröll forderte eine Klärung, “wie es zu diesem Wirrwarr von Informationen kam“. Nach Angaben von Tkavc hatte die Benachrichtigung Österreichs zusätzlich Verwirrung gestiftet, weil die Behörde vergessen hatte, auf dem entsprechenden Formular vergessen hatten, das Wort “Übung“ zu streichen.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel geht davon aus, dass Deutschland von dem Problem in dem AKW nicht betroffen ist. Sein Ministerium habe nach dem Alarm vorsichtshalber den meteorologischen Dienst informiert und das Lagezentrum in Bonn hochgefahren“. Die EU- Mitteilung sei “eigentlich“ ein Alarm, der dann ausgelöst werden solle, wenn es zu grenzüberschreitenden “Radioaktivitäten kommt“.
Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht davon aus, dass nach dem Zwischenfall keine unmittelbare Gefahr besteht. Dennoch dürfe der Zwischenfall nicht auf die leichte Schulter genommen werden. “Ein Leck im Primär-Kühlkreislauf ist sehr kritisch“, sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital dem Audiodienst der dpa. Dabei gehe es weniger darum, ob radioaktives Wasser austrete, sondern ob man den Reaktorkern weiter kühlen könne. Unmittelbar nach dem Abschalten sei “die Hitze so hoch, dass es zur Kernschmelze kommen kann.“
Das Kernkraftwerk Krsko, das sowohl Strom für Slowenien als auch für Kroatien produziert, ist nach Meinung des österreichischen Atomexperten Wolfgang Kromp ein “gutes Kraftwerk“, das allerdings seismologisch gefährdet ist. Der 1984 in Betrieb gegangene Atommeiler ist westlicher Bauart. Umweltschützer bemängeln allerdings, dass es in einem Erdbeben gefährdeten Gebiet liege.
Quelle: DPA

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