Tannöd im Sauerland - Die Verfilmung läuft

Mit Julia Jentsch und Monica Bleibtreu

Tannöd im Sauerland - Die Verfilmung läuft

304.12.08|StarsFacebook
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Winterscheid - "Es ist eine Geschichte über das Böse, das immer wieder passieren kann."

Stars auf dem Bauernhof: Julia Jentsch, Gundi Ellert, Filip Peeters und Volker Bruch in der Küche des Tannöd Hofs

© dpa

Stars auf dem Bauernhof: Julia Jentsch, Gundi Ellert, Filip Peeters und Volker Bruch in der Küche des Tannöd Hofs

So die Schweizer Regisseurin Bettina Oberli bei den Dreharbeiten zur Tannöd-Verfilmung nach dem Bestseller von Andrea Maria Schenkel. Geschildert wird ein grausamer Mordfall auf einem Einödhof nach dem Zweiten Weltkrieg – basierend auf einem authentischen Verbrechen. Ende nächsten Jahres soll der Film in die Kinos kommen.

„Wir spielen im Moment Sommer“, sagt Schauspiel-Star Julia Jentsch (Sophie Scholl) am kalten Drehort in der verschneiten Eifel. „Wir müssen Eiswürfel lutschen, damit man den Atem nicht sieht.“ Jentsch spielt die Altenpflegerin Katrin, die zur Beerdigung ihrer Mutter ins Dorf zurückkommt. Ihr vertrauen die Leute ihre Versionen zu dem Mord an. Alle betonen damit ihre Unschuld. Das Buch hatte Jentsch vorher nicht gelesen. Sie habe sich schwergetan mit der Annäherung, gestand Jentsch. Neben Jentsch spielt Monica Bleibtreu eine Hauptrolle.

Die Regisseurin Oberli hat sich mit den Filmen Die Herbstzeitlosen und Im Nordwind einen Namen gemacht. Die Produktionsfirma wird unter anderem von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen und vom Bundesamt für Kultur der Schweiz gefördert.

Bernd Eichinger habe mit dem Stoff geliebäugelt, erzählte Produzent Hejo Emons: „Wir haben ihm den quasi vor der Nase weggeschnappt.“ Inzwischen ist die Constantin Film Produktion Koproduzent und Verleih. „Es wird kein reiner Mainstream-Film“, kündigte Emons an.

Dafür bürgt sicher nicht nur die Vorlage, sondern auch der Drehort. Winterscheid gehört zu den sehr einsamen Flecken der Eifel. Hier liegt der fiktive „Hauer Hof“, neben dem „Tannöd Hof“ im Sauerland der zweite Drehort.

Der Hof am Drehort ist im richtigen Leben schon lange verlassen. Die kleine Küche strahlt den Charme der damals ärmlichen Landbevölkerung aus: vergilbter Putz an den Wänden, Emaille-Geschirr im Schrank, Kachelofen. Im Stall stehen jetzt wieder Kühe.

Der Film erzähle, „wie das Böse in die Welt kommt und seinen Nährboden findet“, sagt Oberli. Thema: Verdrängung von Schuld im Mikrokosmos Dorf. „Es geht um Verunsicherung: Nichts ist, wie es scheint – und dass man niemandem trauen darf.“

Quelle: tz

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