Heute in der tz-Serie zu neuen deutschen Welle (NDW): Extrabreit. Die bezeichnen sich als deutsche Pop-Punk-Band, aber sie hatten nun mal ihren absolut größten Erfolg mit jenem feurigen Song, der ihnen auch viel Proteste einbrachte.

© dpa
Extrabreit beim Tischgebet.
Ob Frontmann Kai Havaii weiß, was passiert, wenn man www.extra-breit.de im Internet eingibt? „Die Domain war lange Zeit belegt, aber ohne Inhalt. Hat sich da was getan?“ – Hat sich. Es ist eine Seite, die für Brustvergrößerung wirbt. „Das ist natürlich toll. Wir hatten schon versucht, die Domain zu bekommen, aber das war gar nicht so leicht. Und so wichtig war es uns auch nicht.“
Zu ihrem größten Hit haben die Hagener ein eher zwiespältiges Verhältnis. „Das war 1982, als er auf den Markt kam, ja für uns schon kalter Kaffee. Wir sahen uns schon ganz anders, hatten ihn schon zwei Jahre zuvor geschrieben. Aber die Plattenfirma wollte ihn unbedingt noch haben. Er wurde ja auch zum Hit. Irgendwann ging uns das Lied auf den Tourneen so auf den Senkel, dass wir es ein paar Jahre lang gar nicht spielten.“
Ein zweites Standbein und als Zukunft bezeichnet Havaii allerdings etwas anderes: „Bücherschreiben. Ich habe gerade den ersten Roman fertig, der auch als Taschenbuch und Hörbuch erscheint (Hart wie Marmelade, d. Red.). Schreiben werde ich auch weiterhin. Aber momentan macht es bei der Band viel Spaß, es gibt also keinen Grund, aufzuhören.“
Um eine Frage kommen wir nicht umhin: Wie haben es Extrabreit damals geschafft, für ihren Hit "Annemarie" einen Kinderchor zu finden, der explizit von der Aufforderung zum Geschlechtsverkehr singt? „Die Kinder hat die Freundin meines WG-Kumpels aus Hagen zusammengesucht. Wir haben ein paar Wochen geprobt – und dann haben die das fabelhaft hingekriegt.“
Matthias Bieber
Quelle: tz



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