"Ich bin immer noch scheu"

Das RTL-Supertalent Michael Hirte genießt den Starrummel mit größter Vorsicht

"Ich bin immer noch scheu"

813.12.08|Stars|5 Kommentare
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Er hat sich in der vergangenen Woche beim Arbeitsamt abgemeldet, ist trotz Flugangst erstmals geflogen.

An die 100 Fans erwarteten Michael Hirte zur Autogrammstunde bei Karstadt am Hauptbahnhof

© Ralf Kruse

An die 100 Fans erwarteten Michael Hirte zur Autogrammstunde bei Karstadt am Hauptbahnhof

Und er war am Freitag zu einer Autogrammstunde in München: das neue Leben des RTL-Supertalents Michael Hirte (44).

Im Interview spricht der ehemalige Straßenmusiker über seinen Umgang mit Rummel und Geld.

Herr Hirte, wie empfanden Sie die vergangenen Tage?

Michael Hirte:Stressig. Vorgestern beispielsweise wollte meine Mutter mir meine Klamotten zusammenpacken – nicht, weil ich ein Muttersöhnchen bin, sondern weil mir die Zeit fehlt. Aber ständig klingelte mein Telefon, und der Hund wollte auch noch mit uns spielen. Als ich mit Telefonieren fertig war, wusste ich gar nicht mehr, was ich eigentlich ursprünglich vorhatte. Ein Hin und Her, das machte auch meine Mutter verrückt. Irgendwann sagte ich: „So Mutti, ich hab’ die Nase voll, leg’ das Telefon in die Ecke, schalt den Ton ab, wir erledigen erst mal unseren Kram.“

Ja, überall, egal wo.

Wie sind die Reaktionen?

Immer positiv. „Glückwunsch“ und „Das haben wir dir gegönnt“. Darüber freue ich mich sehr.

Wie gehen Sie mit dem Medienrummel um?

Allein könnte ich das gar nicht bewältigen. Bei den vielen Terminen würde ich sonst den Überblick verlieren. Ich versuche allerdings so gut wie möglich zu vermeiden, dass ich mit dem Flugzeug fliegen muss.

Sie wirkten bei „Das Supertalent“ eher scheu – wie kommen Sie mit der plötzlichen Aufmerksamkeit klar?

Ich bin immer noch scheu. Wenn ich mich selbst auf dem Bildschirm sehe, finde ich, ich sehe komisch aus – die Art, wie ich mich bewege. Deshalb versuche ich, an mir zu arbeiten. Ich muss üben, den Mund beim Sprechen richtig aufzumachen, ich bekomme die Zähne nicht auseinander. Das sieht wirklich schlimm aus.

Überall wird von Ihren Schicksalsschlägen gesprochen. Ist es nicht seltsam, von der ganzen Nation bemitleidet zu werden?

Ich wollte kein Mitleid erregen. Mir ging es darum, zu zeigen, wie schön eine Mundharmonika klingt und dass man als Arbeitsloser nicht zu Hause dahinsiechen muss.

Wird Ihnen nach dem Abbezahlen Ihrer Schulden noch etwas von den 100 000 Euro bleiben?

Jeder, der schon mal in der Situation war, Hartz IV zu beziehen, weiß, dass man kaum einen Kredit bekommt. Es kam vor, dass ich eine Rechnung nicht bezahlen konnte, aber es ist nicht weltbewegend.

Es wird also etwas übrig bleiben?

Der größere Teil geht wohl ans Finanzamt.

Was wollen Sie mit dem Rest machen?

Für die Zukunft einsetzen. Ich möchte mir zum Beispiel einen vernünftigen Lautsprecher zulegen. Es kann ja sein, dass es mir irgendwann nicht mehr so gut geht und ich auf der Straße Musik machen muss. Dann können mich die Leute besser hören.

Ihnen ist also bewusst, dass die momentane Aufmerksamkeit wieder abebben könnte?

Das kann alles passieren. Genauso wie dieses Wunder gerade eben.

Hat Dieter Bohlen Ihnen eigentlich eine Zusammenarbeit angeboten?

Nicht, dass ich wüsste.

Was hören Sie privat für Musik?

Eigentlich alles, besonders gern AC/DC. Von denen gibt es einen schönen Blues, She’s Got The Jack. Den ziehe ich gern auf der Mundi rein.

Interv.: AL. (Tsch.)

Quelle: tz

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