Hamburg/Frankfurt/Main - Ja, er hat es ernst gemeint. Nach seiner Wutrede bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises hat Marcel Reich-Ranicki seine Kritik noch einmal untermauert

© dpa
Marcel Reich-Ranicki hatte den Preis für sein Lebenswerk abgelehnt.
„Der Preis war eine Beleidigung“, sagte der 88-Jährige, der die Annahme des Stifterpreises verweigert hatte, gestern auf Radio Bayern 3. „Da waren lauter miserable Sachen preisgekrönt. Da gehörte ich nicht hin.“
Heidenreichs Rundumschlag aus Anlass der Fernsehpreis-Verleihung trifft nicht nur das ZDF, sondern die gesamte deutsche TV-Landschaft: „Wie jämmerlich die dargebotenen Produkte und Arbeiten in der Mehrzahl waren, wie jämmerlich unser Fernsehen ist, wie arm, wie verblödet, wie kulturlos, wie lächerlich.“
Bleibt die Frage: Wo landete Reich-Ranickis Fernsehpreis-Trophäe, die er bei der Verleihung nicht anfassen wollte. Den Plexiglas-Obelisken verwahrt nun die TV-Produzentin Katharina Trebitsch, die während der Gala neben Reich-Ranicki gesessen war und die für die Verfilmung seiner Lebensgeschichte verantwortlich zeichnet. Wo Trebitsch die Trophäe nun aufbewahrt, darüber mutmaßte Reich-Ranicki gestern voller Spott: „Das weiß ich nicht. Vielleicht auf ihrem Klo.“
IW.
Quelle: tz



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