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Zuversichts-Studie: München rutscht ab

Zuversichts-Studie: München rutscht ab

München - Laut neuer Zuversichts-Studie ist die Stimmung in München gekippt - das lässt sich an einigen konkreten Werten festmachen.

© Kurzendörfer

"Wir kommen ursprünglich aus der Ukraine, nun sind wir in Deutschland zum Studieren. Später würden wir gern ­hierbleiben und arbeiten. Wir sind uns hundertprozentig ­sicher, dass Deutschland die Eurokrise meistern wird. Für Ausländer ist es aber generell schwierig, hier Arbeit zu finden – deswegen machen wir uns schon Sorgen, ob wir nach dem Studium einen Job ­finden. Und die Versicherungen werden bestimmt teurer werden, das beunruhigt uns zusätzlich." Olga Kovalenko (25) und Elvira Tuchkova (25), Studentinen aus München

Ist noch gar nicht so lang her, oder? Vor ein paar Monaten (eigentlich ja sogar noch vor ein paar Wochen) hat sich alles so leicht angefühlt, so sicher und so sonnig. Und jetzt? Jetzt hat der Frost Einzug gehalten in unsere Stimmungslage … Das bestätigt die Zuversichts-Studie, die die Allianz zusammen mit der Uni Hohenheim erstellt. Regelmäßig gibt’s repräsentative Umfragen – da geht’s unter anderem darum, wie zuversichtlich die Leute in Sachen Arbeitsplatz und Krankenversicherung sind.

Die klare Erkenntnis: München ist abgerutscht in Sachen Zuversicht. Im Quervergleich unter 14 deutschen Städten liegen wir nur noch auf Platz elf (hinter Leipzig, vor Hannover). Das ist mehr als deutlich – denn vor einem Jahr belegte München noch Platz drei (hinter Stuttgart und Köln).

Und was die Deutschen insgesamt betrifft: Die einzelnen Werte schlagen zwar im Vergleich zum Vorjahreswert nicht immer markant aus – allerdings gab’s im Juli ein Zwischenhoch. Und im Vergleich zu diesen Zahlen ist der Absturz dramatisch!

Beispiel: die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Da sagten im Juli noch 56 Prozent aller Befragten, sie hätten Zuversicht oder sogar große Zuversicht. Mittlerweile schaut’s da ganz anders aus … Im August lag der Wert bei 38 Prozent, jetzt sind’s sogar nur noch 35 Prozent. Also ein Einbruch um 21 Prozent in nur acht Wochen! Das ist der radikalste Stimmungsumschwung, den die Studie im Verlauf der vergangenen vier Jahre verzeichnete.

Dr. Michael Heise, Chef-Volkswirt und Leiter Unternehmensentwicklung der Allianz, sagt: „Die deutsche Wirtschaft ist kräftig gewachsen, doch der Gegenwind nimmt zu. Es verunsichern die Diskussionen um die Zukunft des Euros.“ Allerdings: Es gibt Hoffnung. Im Langzeitvergleich ist die Stimmung noch immer besser als vor zwei Jahren, in den Nachwehen der Wirtschaftskrise. Heise: „So schlecht wie 2009 ist die Stimmung derzeit bei weitem nicht.“

Auffällig: Während sich die Zufriedenheit in den großen Städten bisher immer praktisch im Gleichschritt entwickelte, geht’s jetzt auseinander. Berlin steigt deutlich, München sinkt gleichzeitig markant. Genaue Zahlen sehen Sie auf den Tabellen.

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Der Städtevergleich

Zuversicht fürs persönliche Leben (gut/sehr gut)
2011 2010
Stuttgart 74 % 70 %
Essen 71 % 61 %
Frankfurt 71 % 64 %
Hamburg 68 % 60 %
Köln 68 % 69 %
Nürnberg 66 % 57 %
Berlin 66 % 60 %
Düsseldorf 65 % 66 %
Bremen 64 % 65 %
Leipzig 62 % 54 %
München 62 % 67 %
Hannover 61 % 67 %
Dortmund 59 % 60 %
Dresden 57 % 60 %

Das Privatleben

Zuversicht der Münchner und der Deutschen (in Klammern der Vorjahreswert) bezogen auf …
München Deutschland
… ein Zuhause, in dem sie sich wohlfühlen 84 % (82 %) 81 % (79 %)
… ihre Familie, ­Partnerschaft und Kind 71 % (66 %) 70 % (66 %)
­… die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes 61 % (65 %) 62 % (55 %)
­… die persönliche  finanzielle Lage 54 % (66 %) 56 % (53 %)
… die finanzielle Versorgung bei Krankheit/Pflege 53 % (47 %) 45 % (47 %)
­… die finanzielle Versorgung im Alter 37 % (29 %) 41 % (35 %)

Die Gesellschaft

Zuversicht der Münchner und der Deutschen (in Klammern der Vorjahreswert) bezogen auf …
München Deutschland
… den Umwelt- und ­Klimaschutz 45 % (31 %) 40 % (32 %)
­… die allgemeine Wirtschaftslage 38 % (51 %) 43 % (38 %)
… die Sicherheit der ­Arbeitsplätze 30 % (34 %) 33 % (27 %)
… die Qualität der Schulen und Universitäten 26 % (26 %) 31 % (27 %)
­… die gesetzliche Rentenversicherung 13 % (9 %) 14 % (11 %)
… die gesetzliche Pflege- und Krankenversicherung 9 % (13 %) 16 % (12 %)

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