München - Die Altstadt ist die Wiege Münchens. Zum Stadtjubiläum erzählt die tz jeden Tag Geschichten über Menschen, die hier leben, arbeiten oder zu Besuch sind.

© Bodmer
Sie leben in Dienstwohnungen an der Hauptfeuerwache (v. li.): Max (15), David (4), Marlene (11), Andrea (12), Florian (3), Moritz (1), Anna (8), Felix (6), Lissi (3), Daniel (9), Tamara (6), Lilly (7), Lukas (3).
Dröhnend setzt der Alarm ein, das gelbe Licht am Gerätehaus blinkt. Anna (8) und Florian (3) spielen weiter Fußball. Bis eine Stimme brüllt: „Aus dem Weg!“ Ein Mann in Feuerwehruniform rast zum Gerätehaus, setzt hastig den Helm auf den Kopf. Anna springt blitzschnell zur Seite. Dann kickt sie wieder den Ball. Sie weiß: Wenn die Feuerwehrmänner rennen, dann müssen die Kinder aus dem Weg.
Anna lebt an einem Ort, von dem besonders kleine und große Buben träumen: Sie ist eines von insgesamt 21 Kindern, die an der Münchner Hauptfeuerwache wohnen. 35 Dienstwohnungen für Beamte gibt es an der Ecke Unterer Anger/ An der Hauptfeuerwache, in etlichen leben Familien. „Viele meiner Freunde beneiden mich und wollen immer zu mir zum Spielen kommen“, sagt Max (15). Wenn die Buben und Mädchen zum Toben in den riesigen Innenhof gehen, fallen ihnen viele Dinge gar nicht mehr auf: etwa die Fahrbahnmarkierungen für die Einsatzwagen auf dem Asphalt oder die Zapfsäule am Rand des Platzes für die Dienstfahrzeuge.
Die niedrigen Mieten sind nicht der einzige Vorteil: „Weil wir Beamten vorher alle Handwerkerberufe gelernt haben, können wir uns immer sofort aushelfen, falls mal was kaputt geht.“ Seine Frau Alexandra (31) genießt es, ihren Mann immer nah bei sich zu haben. „Als beispielsweise unser Sohn Florian einmal hingefallen ist, bin ich schnell zu ihm runter auf die Wache, damit er Florian verarztet. Praktisch ist es auch, wenn ich den Schlüssel vergessen habe …“ Alexandra weiß über den Tagesablauf ihres Mannes Bescheid: „Je nachdem, wie der Wind steht, höre ich am Alarm und an den Motorgeräuschen, wie viel er zu tun hat.“
Nina Bautz
Quelle: tz



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