Warum haben wir Kinder vielleicht bald ein Großbordell als Nachbar?

Herr OB Ude, ...

Warum haben wir Kinder vielleicht bald ein Großbordell als Nachbar?

201.03.09|München|26 Kommentare
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OB Christian Ude beantwortet Fragen der tz-Leser.

Entwarnung! Der Stadtrat hat bereits gegen die Pläne für ein Großbordell in Freimann gestimmt.

© Kruse

Entwarnung! Der Stadtrat hat bereits gegen die Pläne für ein Großbordell in Freimann gestimmt.

Frage: Wir wir aus der tz erfahren haben, soll in unmittelbarer Nähe zu unserem Wohngebiet in Freimann ein Bordell errichtet werden. Das finden wir, die Kinder die hier leben, wirklich nicht so toll. Ich zum Beispiel bin 12 Jahre alt und muss um 6.30 Uhr zum Bus, Haltestelle Josef-Wirth-Weg, an der Freisinger Landstraße gehen. Die Haltestelle ist nur 50 bis 100 Meter vom geplanten Bordell entfernt. Können wir – vor allem wir Mädchen – uns noch sicher allein bewegen? Oder müssen wir Angst haben, dass der eine oder andere Besucher auf uns aufmerksam wird? Können wir auf dem Gelände um die Kleingartenanlage Josef-Wirth-Weg noch unbeschwert spielen?

Rebecca (12) und 17 weitere Unterschriften

Antwort: Deine Sorge kann ich gut verstehen, denn ein Bordell in der genannten Größenordnung – es war von 200 Zimmern die Rede! – würde in der Tat sehr viel Autoverkehr anziehen und viele Freier, die sich länger in der näheren Umgebung aufhalten. Das möchte niemand vor seiner eigenen Haustür.

In München gibt es deshalb die Sperrbezirksverordnung, die von der Regierung von Oberbayern festgelegt wird und Bordelle aus Wohnquartieren heraushalten soll. Das hat sich im Großen und Ganzen bewährt. Heute ist Prostitution im allergrößten Teil des Stadtgebietes zum Schutz der Wohnbevölkerung verboten, nur einige Gewerbegebiete liegen nicht innerhalb des Sperrbezirkes.

Das Areal in eurer Nachbarschaft, auf dem ein privater Betreiber das Bordell errichten wollte, war für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen und liegt deshalb außerhalb des Sperrbezirkes. Damit ist grundsätzlich Prostitution an diesem Ort zulässig. Einen Bordellbetrieb der genannten Größenordnung will aber im Münchner Stadtrat niemand haben, schon gar nicht in der Nähe eines Wohnquartiers. Deshalb hat der Stadtrat beschlossen, hier ein Planungsverfahren einzuleiten, das bestimmte Nutzungen vorsieht, und ein Verbot oder eine Einschränkung von beeinträchtigenden Nutzungen ermöglicht.

Es tut mir leid, dass dieser Text ein wenig kompliziert klingt, aber ich will dich ja korrekt über die Rechtslage und den Beschluss des Stadtrats unterrichten.

Mit dem Beschluss, den der Stadtrat übrigens bei nur drei Gegenstimmen gefasst hat, sind die Überlegungen für ein Großbordell vom Tisch. Ich kann dich und alle Mädchen und Buben deiner Klasse also besten Gewissens beruhigen. Das Großbordell kommt nicht, euch droht keinerlei Beeinträchtigung in der näheren Umgebung eurer Wohnungen.

Die schönsten Dekolletés und wer sich dahinter verbirgt

Quelle: tz

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