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Viktualienmarkt: Stadt München plant wegen Mängeln Umbau

Viktualienmarkt: Stadt plant Umbau

München - Der Viktualienmarkt gehört zu den am meisten fotografierten Sehenswürdigkeiten, er ist kulinarisches Mekka für Profi- und Hobby-Küchenchefs, er liegt den Münchnern am Herzen – und den Stadtverantwortlichen schwer im Magen.

© Bodmer

Münchens Standl-Paradies: Der Viktualienmarkt ist ein Schlaraffenland für Schlemmer.

Die Probleme des Marktes und seiner Händler sind gewichtig: Sie reichen von Hygienevorschriften bis zu Brandschutzauflagen, die nicht eingehalten werden (können), von ständigen Beanstandungen wegen des ungeordneten Erscheinungsbilds bis zum Mangel an öffentlichen Toiletten. Abhilfe kann nur eine umfassende Sanierung der Einrichtung bringen, die 2007 ihr 200-jähriges Bestehen gefeiert hat.

Wie die angegangen werden könnte, darüber zerbricht man sich in der Abteilung Markthallen des Kommunalreferats schon länger den Kopf. Derzeit wird ein „Zukunftskonzept“ erarbeitet. „Die Anforderungen in allen Bereichen sind in den vergangenen Jahren insgesamt so stark gestiegen, dass der Viktualienmarkt den aktuellen Anforderungen an Hygiene, Warenpräsentation, Warenschutz, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Logistik und Infrastruktur nicht mehr gerecht werden kann“, so niederschmetternd liest sich das Resümee der Kommunalreferentin Gabriele Friderich über die Zustände auf dem Quartier zwischen Heiliggeistkirche und Frauenstraße.

Wunderschön: München bei Föhn

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vor

Die Besucher erfreuen sich an der Blumenpracht, den prall gefüllten Auslagen mit heimischen und exotischen Früchten, den gutsortierten Kartoffelständen, den Kräutern. Ein buntes Bild, das nicht ahnen lässt, wie sehr der Alltag der Händler von Vorschriften bestimmt wird. Die stammen meist von der Europäischen Kommission, müssen aber, etwa das „Hygienepaket von 2004“, von den Kontrolleuren der städtischen Lebensmittelüberwachung durchgesetzt werden. Claudia Hartinger, Leiterin der Abteilung im KVR, kann viele ­Paragrafen nennen. Jährlich kommen welche hinzu. Ihre Mitarbeiter besuchen die Markthändler wie alle anderen 17 000 Lebensmittel-Betriebe, nach individuellen Plänen und nach Verbraucherbeschwerden. Jeden Tag werden „Anordnungen ausgesprochen“, so Hartinger. Kontrolleure aus dem Planungsreferat wiederum monieren Schirme und Planen, mit denen die Standlleute ihre Ware vor Sonne und Regen schützen.

Der Viktualienmarkt

Der Viktualienmarkt entstand, als König Max I. Joseph 1807 den Stadtmarkt vom Marienplatz hierher verlegen ließ. Dafür wurden mehrere Gebäude des Heiliggeist-Spitals abgerissen. Der Begriff Viktualien kommt vom lateinischen Wort victus, was Lebensmittel oder Vorräte bedeutet. Im 19. Jahrhundert war es modern, lateinische Begriffe zu verwenden. 1823 bis 1829 und nochmals 1885 wurde der Markt erweitert, als auch der Rest des Heiliggeist-Spitals bis auf die Kirche abgerissen wurde. Auf einer Fläche von 22 000 Quadratmetern beherbergt er heute 140 Firmen, die vor allem Feinkost verkaufen.

Christine Hirschauer, seit über 20 Jahren auf dem Markt und Sprecherin der Interessengemeinschaft der 123 Standlbetreiber: „Ich weiß von den Kunden, dass viele gerade das bisserl Chaotische auf dem Markt so lieben.“ Manche Vorschriften machen es den Händlern besonders schwer: „Zum Beispiel müsste fließendes Wasser vorhanden sein, dabei haben viele gar keinen Anschluss.“ In den Kellerräumen, die vorhanden sind, muss der Brandschutz verstärkt werden. Der Einbau von Flucht- und Rettungswegen sei aber sehr schwierig, weil die Sozial- und Lagerräume der Händler erhalten werden sollen, so die Referentin. Alle „Zuweisungsnehmer“, so heißen die Standlleute auf Amtsdeutsch, die an ihren Gebäuden Änderungen vornehmen wollten, würden seit Jahren auf das bevorstehende Gesamtkonzept vertröstet. „Wir haben jetzt alle einen Fragebogen über unsere Vorstellungen ausgefüllt und zurückgeschickt“, sagt Hirschauer. „Wir sind gespannt.“ Angesichts der Haushaltslage macht sie sich wenig Hoffnungen, dass bald etwas passiert. „Aber wenn wir Olympia kriegen, muss bis 2018 ja alles schön sein.“

Barbara Wimmer

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