220.07.08|München|23 Kommentare
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Weßling - Etwa 4000 Menschen haben am Sonntag in Weßling (Landkreis Starnberg) gegen die Erweiterung des Sonderflughafens in Oberpfaffenhofen bei München protestiert.

"Der Ausbau ist Irrsinn" - über 4000 Menschen protestierten in Weßling.
Für viele Menschen rund um den Oberpfaffenhofener Flughafen ist allein die Vorstellung ein Graus: Nach der Erweiterung des Airports sollen bald anstatt der 12 000 Flüge rund 33 000 Jets und Transportmaschinen über ihre Köpfe brausen. „Nicht mit uns!“, so die kämpferische Devise der Gegner. Gestern wurde nun eine Großdemo auf die Beine gestellt. Mit vollem Erfolg: Über 4000 Protestler – darunter viele Familien mit Kindern – bildeten eine Menschenkette um den Weßlinger See. Teils in Zweierreihen, weil der Umfang des Sees (gut zwei Kilometer) nicht für die Menge ausreichte.
Der Streit um den Flughafen – wer gestern mit den Betroffenen sprach, merkte schnell: Die Sorgen und Nöte der Menschen sind meist sehr ähnlich. „Ich wohne 450 Meter von der Startbahn entfernt“, erzählte beispielsweise Anwohner Paul Nützel. „Wenn die Erweiterung kommt, kann ich nicht einmal mehr in den Garten vor lauter Lärm“, so der Diplom-Ingenieur. Zudem werde der Wert seines Hauses sinken. „Wer will denn dann hier noch wohnen?“
Diese Frage stellte auch Rudolf Ulrich, Chef eines der Anti-Erweiterungs-Vereine, als er die Demonstranten begrüßte. Was ihn und alle Anwesenden besonders ärgert, ist, dass ihre Sorgen niemand wahrzunehmen scheint. „Und wir, die Bürger? Wir sind – trotz formaler Einwendungsmöglichkeiten – zu Statisten in diesem Genehmigungsprozess degradiert“, rief der Gilchinger in die Menge. Tosender Applaus! Zudem sprach er vielen Anwesenden aus der Seele, als er die Größe des geplanten Projekts in Frage stellte: „16 Rollbahnen, 23 Flugzeugabstellplätze – wofür das Ganze?“ Zur Erinnerung: Der Flugplatz-Betreiber Edmo betonte immer wieder, dass er den zusätzlichen Raum hauptsächlich auch für Wartungsarbeiten benötige. Für die Demonstranten gestern am Weßlinger See nur „eine Alibi-Äußerung.“
Eins wurde bei der Demo überdeutlich: Der Kampf um den Flughafen ist noch lange nicht vorbei. Besonders da Gemering, Seefeld und Weßling Klage beim Verwaltungshof eingelegt haben. Und München will noch folgen…
Quelle: tz

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